Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian wird am Dienstag zu seinem ersten Auslandsbesuch seit Beginn des US-Israel-Krieges gegen den Iran nach Islamabad reisen, wie das pakistanische Außenministerium mitteilte [1][4]. Der eintägige Besuch folgt auf den Abschluss von 18-stündigen US-Iran-Gesprächen in der Schweiz, bei denen die Vermittler Pakistan und Katar von „ermutigenden Fortschritten" berichteten, darunter ein 60-Tage-Fahrplan für ein endgültiges Abkommen, ein hochrangiger Überwachungsausschuss, technische Arbeitsgruppen, ein Kommunikationskanal für die Straße von Hormus und eine Deeskalationszelle für den Libanon [5][6][8]. Le Monde berichtete, Pezeshkians Reise diene dazu, Premierminister Shehbaz Sharif für Islamabads Vermittlung zu danken [21], während Dawn meldete, auf der Tagesordnung stünden auch Handel, Energie, Grenzsicherheit und regionale Vernetzung [4].

Pezeshkian wird voraussichtlich Präsident Asif Ali Zardari, Premierminister Sharif und Armeechef Asim Munir treffen; zudem sind Gespräche mit Senatspräsident Yousuf Raza Gilani, dem Sprecher der Nationalversammlung Ayaz Sadiq sowie dem stellvertretenden Premierminister und Außenminister Ishaq Dar geplant [2][4]. Anonyme offizielle Quellen sagten CGTN, die Gespräche würden sich auf die nächsten Schritte im US-Iran-Friedensprozess konzentrieren [2].

Pakistanische und westliche Quellen stimmen in der Einschätzung überein, dass Islamabads Pendeldiplomatie ein entscheidender Faktor war, um Washington und Teheran an den Verhandlungstisch zu bringen. Sharif erklärte: „Pakistan will continue to play its honest and sincere role in advancing dialogue and diplomacy towards a peaceful and lasting resolution" [Pakistan wird weiterhin seine ehrliche und aufrichtige Rolle bei der Förderung von Dialog und Diplomatie für eine friedliche und dauerhafte Lösung spielen] und würdigte dabei besonders Asim Munir, „dessen unermüdliche Bemühungen den Erfolg sicherten" [7]. US-Vizepräsident JD Vance lobte Munir direkt: „We would not have been here without his statesmanship and military leadership" [Ohne seine Staatskunst und militärische Führung wären wir nicht hier] [3]. Elizabeth Threlkeld, Südasien-Direktorin am Stimson Center, sagte: „Pakistan's patient diplomacy was critical in getting the US-Iran deal across the finish line, though its long-term impact will depend on the agreement's durability as difficult negotiations continue" [Pakistans geduldige Diplomatie war entscheidend, um das US-Iran-Abkommen über die Ziellinie zu bringen, doch seine langfristige Wirkung wird von der Beständigkeit des Abkommens abhängen, während schwierige Verhandlungen weitergehen] [3]. Eine hochrangige diplomatische Quelle in Islamabad sagte der DW: „Pakistani officials helped identify areas of compromise, coordinated draft proposals, and worked to keep channels open during several moments when negotiations appeared close to collapse" [Pakistanische Beamte halfen, Kompromissbereiche zu identifizieren, koordinierten Entwürfe und hielten die Kanäle in mehreren Momenten offen, als die Verhandlungen kurz vor dem Scheitern standen] [3]. Jornal do Brasil berichtete, Diplomaten zufolge sei Pakistans Vermittlung entscheidend gewesen, um das unmittelbare Risiko für die globale Energieversorgung zu verringern, wobei die Ölpreise nach der vorläufigen Einigung um mehr als ein Prozent fielen [22].

Analysten und diplomatische Quellen dämpfen jedoch die Darstellung Pakistans als alleinigen Architekten. Farwa Aamer vom Asia Society Policy Institute sagte, Pakistan sei „nicht nur in der Lage gewesen, seine Beziehungen zu Teheran und die wachsende Nähe zu Washington wirksam zu nutzen, sondern auch sein Netzwerk regionaler Partner wie Katar, Saudi-Arabien und die Türkei" [3]. Michael Kugelman vom Atlantic Council merkte an, Pakistan „könne nicht allein vermitteln" und habe Unterstützung von China und den Golfstaaten benötigt [3]. Al Jazeera Arabic berichtete über eine dreiseitige Vermittlungsanstrengung unter Beteiligung von Pakistan, der Türkei und Katar [14], während The New Arab Katars Rolle beim Aufbau von Vertrauen und der Unterstützung pakistanischer Bemühungen um eine vorläufige Waffenruhe detailliert darlegte [15]. Der Besuch von Außenminister Ishaq Dar in Peking Wochen zuvor hatte eine gemeinsame Friedensresolution und eine formelle chinesische Unterstützung des von Pakistan geleiteten Prozesses hervorgebracht [3].

Die iranische Delegation setzte einen anderen Schwerpunkt in Bezug auf die Substanz der Gespräche in der Schweiz. Delegationssprecher Esmail Baghaei sagte, die Gespräche hätten sich auf ungelöste Bestimmungen des Islamabad-Memorandums of Understanding konzentriert, „insbesondere die Einstellung des Krieges an allen Fronten einschließlich des Libanon und die Freigabe der eingefrorenen iranischen Vermögenswerte" [6]. Baghaei erklärte zudem, es habe „eine sehr kurze Diskussion über die Nuklearfrage stattgefunden, aber keine Diskussion von Details" [7]. Vance hingegen sagte, der Iran habe zugestimmt, IAEA-Inspektoren wieder zuzulassen sowie Mechanismen zur Verwaltung eingefrorener Vermögenswerte und zur Durchsetzung von Waffenruhen, räumte jedoch ein, dass es keinen Zeitplan gebe: „Wir haben das Haus noch nicht gebaut, aber wir haben ein erfolgreiches Fundament geschaffen" [5]. Die Diskrepanz zwischen der iranischen Darstellung, die Nukleargespräche hätten kaum begonnen, und der US-Darstellung einer Vereinbarung zur Wiederzulassung von Inspektoren bleibt in der verfügbaren Berichterstattung ungeklärt.

Israels Position steht abseits des breiteren Deeskalationsrahmens. Premierminister Benjamin Netanyahu erklärte, israelische Truppen sollten im Südlibanon bleiben, „so lange wie nötig", selbst als Israel die Aufhebung aller kriegsbedingten Beschränkungen in seinen nördlichen Grenzgebieten ankündigte [5]. Eine von Ynet veröffentlichte israelische Analyse äußerte die Sorge, dass Pakistan – ein Atomwaffenstaat mit berichteten Verbindungen zu den IRGC – einen inhärenten Interessenkonflikt bei der Vermittlung zwischen den USA und dem Iran habe und die Ergebnisse zugunsten Teherans beeinflussen könnte [20].

Die diplomatische Dynamik hat in Indien politische Auswirkungen gezeitigt. Die BBC berichtete, der indische Außenminister S. Jaishankar habe Pakistans Vermittlung Berichten zufolge als „dalali“ [Maklertum] abgetan, was ein Unbehagen über Pakistans diplomatische Sichtbarkeit widerspiegele [9]. Die Deutsche Welle berichtete, der indische Oppositionsführer Rahul Gandhi habe die Außenpolitik von Premierminister Modi angegriffen und argumentiert, Indien verliere an Boden, während Pakistan als Friedensvermittler an Sichtbarkeit gewinne [10].

US-Außenminister Marco Rubio reiste in die Vereinigten Arabischen Emirate, nach Kuwait und Bahrain ab, um die vorläufige Iran-Vereinbarung mit den arabischen Golfverbündeten zu erörtern, wobei der Schwerpunkt auf dem Memorandum of Understanding, dem Transit durch die Straße von Hormus und dem regionalen Frieden lag [19]. CNBC berichtete, das Rahmenwerk der Schweiz umfasse einen Plan zur Einstellung der Feindseligkeiten im Libanon und die Einrichtung einer Deeskalationszelle unter Beteiligung der USA, des Iran und des Libanon, neben Fortschritten bei Öl-Erleichterungen und der Freigabe von Vermögenswerten [23]. Die Vermittler erklärten, das Ziel bleibe ein endgültiges Abkommen innerhalb von 60 Tagen, wobei im Laufe der Woche weitere Konsultationen auf technischer Ebene erwartet würden [5][7]. Der stellvertretende Premierminister Dar bestätigte, dass ein Team des pakistanischen Außenministeriums für diese Gespräche weiterhin eingebunden bleibe [7].