Die Leiche des Obersten Führers des Iran, Ali Khamenei, traf am 3. Juli in der Großen Mosalla-Gebetsstätte in Teheran zu einer Trauerfeier ein, zu der nach Angaben der iranischen Behörden zwischen 15 und 20 Millionen Menschen in die Hauptstadt strömen würden [1][5][8]. Die sechstägige Prozession, die durch mehrere iranische Städte und in den Irak führen wird, folgt auf Khameneis Tod bei US-israelischen Angriffen, bei denen laut BBC-Berichterstattung auch mindestens 1.168 iranische Zivilisten getötet und Schulen, Krankenhäuser und andere zivile Infrastruktur beschädigt wurden [12]. Das Begräbnis fällt mit einer aktiven Konfrontation um die Straße von Hormus und ungelösten Fragen zur Legitimität der Nachfolge zusammen, die Khameneis Sohn Mojtaba Khamenei als neuen Obersten Führer einsetzte.

Iranische Vertreter stellten das Begräbnis als Demonstration der Widerstandsfähigkeit der Islamischen Republik dar. Der amtierende Bürgermeister von Teheran, Alireza Zakani, nannte die Zeremonien „die größte Versammlung in der Geschichte der Hauptstadt" [3]. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf rief die Iraner auf, in großer Zahl teilzunehmen, und erklärte, dass „der Ruf der Nation nach Vergeltung in den Ohren der ganzen Welt widerhallen muss" [5]. Ajatollah Mohammad Saidi, der Freitagsgebetsleiter von Qom, bezeichnete die erwartete Teilnehmerzahl als „ein weiteres Referendum für die Islamische Republik" [7]. Der Leiter des Organisationskomitees, Ali-Akbar Purdjamschidian, sagte, die sechstägige Veranstaltung solle den nationalen Zusammenhalt über politische, soziale und religiöse Gruppen hinweg stärken [3].

Nicht alle Stimmen im Iran spiegelten diese Darstellung wider. Eine als Samira identifizierte Einwohnerin Teherans sagte Japan Today, dass ihre Familie die Stadt für die Woche verlassen werde, und fügte hinzu: „It is like life has stopped and there are Basijis everywhere" [Es ist, als ob das Leben stehen geblieben wäre und überall Basijis sind] [7]. Eine namentlich nicht genannte Frauenrechtsaktivistin in Teheran räumte ein, dass viele Demonstranten „immer noch Schwierigkeiten haben zu akzeptieren, dass sich die Islamische Republik letztlich durchgesetzt hat", fügte jedoch hinzu, dass „ihre Anhänger neuen Schwung gewonnen haben" [3]. Mehrzad Boroujerdi, Professor für Politikwissenschaft an der Missouri University of Science and Technology, charakterisierte Khameneis 37-jährige Herrschaft als geprägt von „ausgeprägtem Mikromanagement, das in fast alle Bereiche der Regierungsführung eingreift", und merkte an, dass seine Weigerung, Zugeständnisse an Gegner zu machen, zu einer Kluft zwischen der iranischen Gesellschaft und dem politischen System beigetragen habe [3].

Sicherheitswarnungen dominierten den diplomatischen Austausch rund um das Begräbnis. Kommandeur Ali Abdollahi vom Khatam-al-Anbiya-Zentralhauptquartier warnte die USA und Israel vor jeglicher Fehleinschätzung und drohte mit harscher Vergeltung durch die iranischen Streitkräfte [6]. Außenminister Abbas Araqchi erklärte, dass jede Bedrohung des iranischen Volkes oder der Regierung mit einer „sofortigen und machtvollen" Antwort beantwortet werde [6]. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, beschuldigte die USA, „ständig ihre vollständige Verachtung für echten Frieden und echte Sicherheit in Westasien demonstriert" zu haben [9]. Im UN-Sicherheitsrat sagte der iranische Botschafter Amir-Saeid Iravani: „Die USA haben keine Küstengrenze in unserer Region. Es sind nicht ihre Gewässer. Es ist nicht ihre Nachbarschaft" [10].

Die US-Position konzentrierte sich auf die Straße von Hormus. Der US-Gesandte beim UN-Sicherheitsrat, Mike Waltz, sagte in der Dringlichkeitssitzung: „We say to Iran that the closure of international waterways is unacceptable and is not considered self-defence" [Wir sagen dem Iran, dass die Schließung internationaler Wasserstraßen inakzeptabel ist und nicht als Selbstverteidigung gilt] [11]. Mojtaba Khamenei hatte die Schließung von Hormus in einer Erklärung vom März 2026 als „Instrument, um Feinde unter Druck zu setzen" bezeichnet [13]. Die Ölpreise stiegen nach der Schließung um 8 Prozent [25].

Die Nachfolge selbst blieb ein Streitpunkt. Reuters berichtete, dass der Expertenrat einen Mehrheitskonsens über Mojtaba Khamenei als neuen Obersten Führer erzielte [14]. Bloomberg berichtete über die Beratungen hinter verschlossenen Türen und die geopolitischen Risiken im Zusammenhang mit der verfassungsmäßigen Autorität des Gremiums [16]. Iran International berichtete, dass die Islamische Revolutionsgarde auf eine rasche Bekanntgabe der Auswahl Mojtaba Khameneis drängte, während es internen Widerspruch gegen die Erbfolge gab [15]. Euronews Persian berichtete, dass ein angebliches Testament von Ali Khamenei, das von der Nachfolge seines Sohnes abriet, während des Auswahlprozesses ignoriert wurde — „وصیتنامه خامنه‌ای در رد رهبری فرزندش نادیده گرفته شد" [Khameneis Testament, das die Führerschaft seines Sohnes ablehnte, wurde missachtet] [17]. Der deutsche Sender n-tv wies auf die Ungewissheit hin, ob der neue Oberste Führer, der Berichten zufolge verletzt ist, an dem Begräbnis werde teilnehmen können [23].

Irans internationale Partner signalisierten Kontinuität. Russlands Senator Grigory Karasin erklärte, die Beziehungen zu Iran seien nach der Nachfolge nun berechenbarer [21]. China kündigte an, dass He Wei, stellvertretender Vorsitzender des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses, an der Beerdigung teilnehmen werde [22]. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif reiste nach Teheran; der Sprecher des Außenministeriums, Tahir Andrabi, sagte, der Besuch werde „die Solidarität mit der brüderlichen Nation in ihrer Stunde tiefer Trauer bekräftigen" [4][26].

Die regionale Stellvertreterarchitektur zog ebenfalls Aufmerksamkeit auf sich. Hamidreza Azizi von der Stiftung Wissenschaft und Politik erklärte, dass „die Hisbollah näher an Iran, insbesondere an die Quds-Einheit, herangerückt ist und sich sowohl politisch als auch militärisch stärker auf Teheran stützt" [3]. Die saudische Asharq Al-Awsat berichtete, dass die Hisbollah als Reaktion auf Khameneis Tod Unterstützung in der Bevölkerung mobilisiere, während sie bei militärischen Aktionen zögere [20].

France 24 beschrieb Teheran vor der Beerdigung als „Festung" und ordnete das Ereignis in den Kontext des umfassenderen Krieges und fragiler Verhandlungen zwischen den USA und Iran ein [24]. Der Trauerzug soll vor der Beisetzung durch mehrere iranische Städte führen, wobei Sicherheitsbedenken und die Frage des öffentlichen Auftretens von Mojtaba Khamenei ungelöst bleiben [6][23].