Die Zahl der Todesopfer durch die Erdbeben in Venezuela ist auf 3.342 gestiegen, mit 16.740 Verletzten, nach früheren Berichten von mehr als 2.500, während die Vereinten Nationen vor Krankheitsausbrüchen und Ernährungsunsicherheit unter den Überlebenden warnen und die Bergungsarbeiten auf Bestattungen umgestellt werden [1][5][6][11]. Die UN schätzt, dass bis zu 50.000 Menschen noch vermisst werden, eine Zahl, die UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher als "terrifyingly plausible" [erschreckend plausibel] bezeichnete [2][6][15]. Die beiden Erdbeben vom 24. Juni trafen sieben Bundesstaaten, wobei La Guaira am stärksten betroffen war, und wurden von fast 1.000 Nachbeben gefolgt [5][9].
Der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodriguez, gab die aktualisierten Zahlen am Unabhängigkeitstag Venezuelas bekannt und verteidigte die Reaktion der Regierung mit dem Hinweis auf den Einsatz von Sicherheitskräften und die Schaffung einer neuen militärischen Katastropheneinheit [1]. Die Übergangspräsidentin Delcy Rodriguez erklärte, dass Tausende von Soldaten und Beamten sofort entsandt wurden, und wies Kritik an langsamen Rettungsaktionen und versteckten Opferzahlen zurück [2][6][11]. Sie räumte "a profound grief gripping our people, where families still hold out hope of finding loved ones alive, people who have lost everything" [eine tiefe Trauer, die unser Volk ergreift, in der Familien noch immer hoffen, ihre Angehörigen lebend zu finden, Menschen, die alles verloren haben] ein und gelobte, dass das Land nicht in soziale Unruhen abgleiten werde, und verwies auf "deep social solidarity" [tiefe soziale Solidarität] [2][3][7].
Oppositionsführerin María Corina Machado kritisierte die Erdbebenreaktion der Regierung und warf ihr vor, administrative Schwächen offengelegt zu haben [12]. Anwohner und Überlebende beschuldigten die Behörden der Ineffizienz und einer verzögerten Reaktion, wobei einige sagten, sie seien sich selbst überlassen worden [2][17][20]. Reuters berichtete über Experten, die sagten, die Opferzahl sei durch jahrzehntelange Vernachlässigung und mangelhafte Durchsetzung von Bauvorschriften unter früheren Regierungen verschlimmert worden [21]. RFI Kiswahili berichtete über Kritik an der langsamen Reaktion der Regierung und stellte fest, dass internationale Rettungsteams aus mindestens 17 Ländern nach Venezuela entsandt worden seien [25].
Die Vereinten Nationen schätzten den physischen Schaden auf 6,7 Milliarden US-Dollar, was 6 Prozent des BIP Venezuelas entspricht [2][7]. Die Weltgesundheitsorganisation warnte, dass das Gesundheitssystem unter starkem Druck stehe, mit beschädigter Infrastruktur, kritischem Personalmangel und einem erhöhten Risiko von Krankheitsausbrüchen, einschließlich Gelbfieber und Dengue-Fieber [13]. Al Jazeera berichtete über schweren Mangel an Nahrungsmitteln und Zelten für die Überlebenden [18]. Das International Rescue Committee berichtete, dass etwa 50.000 Menschen weiterhin vermisst werden und dass Bemühungen zur Familienzusammenführung im Gange sind [24]. Médecins Sans Frontières beschrieb die Lieferung von Trauma-Kits an Krankenhäuser in La Guaira und Caracas als Teil einer laufenden Bedarfsermittlung [14].
Der Freiwillige Francisco Sasquia beschrieb die andauernde Suche nach Leichen: "We're still working, still searching for bodies. We're still going. It hasn't been easy" [Wir arbeiten noch, suchen noch nach Leichen. Wir machen weiter. Es war nicht einfach] [2]. Victor Colivert, dessen Neffe getötet wurde, weigerte sich, dessen Leichnam zu verlassen, und sagte: "If I have to go to China, to wherever, but I'm not leaving him alone" [Wenn ich nach China muss, wohin auch immer, aber ich lasse ihn nicht allein] [2]. Der forensische Techniker Joel Mirabal schätzte, dass 60 bis 70 Prozent der Leichen von Angehörigen identifizierbar seien, und sagte voraus, dass Massengräber notwendig sein würden und die Bergung der Leichen bis zu drei Monate dauern könne [3]. Eine als July identifizierte Anwohnerin beschrieb, wie sie an einer Einsturzstelle ausharrte, an der ihr Sohn gearbeitet hatte, und sagte: "Tôi không nhớ nổi đã bao ngày trôi qua. Tôi không còn tỉnh táo, nhưng sẽ không rời khỏi đây vì biết con trai đang ở đó" [Ich kann mich nicht erinnern, wie viele Tage vergangen sind. Ich bin nicht mehr klar bei Verstand, aber ich werde nicht von hier weggehen, weil ich weiß, dass mein Sohn dort ist] [7]. Der Anwohner Eli Zavala bemerkte, dass die Arbeiten am 25. Juni begannen, um sicherzustellen, dass alle Opfer in Würde bestattet werden können [7].
Hunderte Venezolaner versammelten sich bei Mahnwachen in Caracas und Maracaibo, um der Toten zu gedenken [4]. Die Anwältin Imaru Martínez beschrieb die Mahnwache als eine Demonstration des Friedens und der Solidarität und sagte: "No hay palabras para darles consuelo" [Es gibt keine Worte, um ihnen Trost zu spenden] [4]. Jean Carlos Cariel äußerte die Zuversicht, dass Einheit "una nueva Venezuela" [ein neues Venezuela] bringen werde [4]. Die Teilnehmerin Anabella De Turris erklärte, dass diejenigen, die materiell alles verloren hätten, "ganaron una familia entera en un país que los ayudará a reconstruir sus vidas" [eine ganze Familie in einem Land gewonnen hätten, das ihnen helfen werde, ihr Leben wieder aufzubauen] [4].
Die Streitkräfte El Salvadors entsandten einen siebten Hilfsflug mit 120 Spezialisten und fünf Tonnen Hilfsgütern nach Venezuela [8]. Russland kündigte an, Zelte, Lebensmittel, Medikamente und Sanitätsspezialisten zu entsenden; Alexander Shchetinin von der Lateinamerika-Abteilung des russischen Außenministeriums gab das Hilfspaket bekannt [16]. Die Deutsche Welle berichtete, dass die Europäische Union 50 Tonnen Hilfsgüter und 5 Millionen Euro an humanitärer Hilfe entsandte [19].
Die Migrationsströme an der Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela blieben nach den Erdbeben stabil, ohne dass ein außergewöhnlicher Anstieg gemeldet wurde [22]. Wirtschaftsanalysen schätzten die Verluste auf 1 bis 7 Prozent des BIP, mit einem vom IWF unterstützten Wiederaufbaufonds in Höhe von 200 Millionen US-Dollar, und stellten gleichzeitig begrenzte Auswirkungen auf den Öl- und Gassektor fest [23].
Ausländische Rettungsteams haben zehn Tage nach der Katastrophe begonnen, ihre Einsätze zurückzufahren [2]. Das VN-System und Partnerorganisationen koordinieren weiterhin eine sektorübergreifende Reaktion mit der Regierung und weiten die Hilfe in den sieben betroffenen Bundesstaaten aus [5][9].