Das US-Zentralkommando gab eine neunte Nacht in Folge mit Luftangriffen gegen den Iran bekannt und erklärte, die Angriffe zielten darauf ab, die Fähigkeit Irans zu beeinträchtigen, die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen, und die Kräfte der Islamischen Revolutionsgarde, die für die Tötung amerikanischer Soldaten in Jordanien verantwortlich sind, „schnell zu bestrafen“ [1][3][10]. Zwei US-Soldaten wurden bei der Abwehr iranischer ballistischer Raketen- und Drohnenangriffe auf den Luftwaffenstützpunkt Muwaffaq Salti in Jordanien getötet, und ein dritter Soldat starb im Irak bei einer kontrollierten Sprengung einer abgeschossenen iranischen Drohne [9][15][7][25]. Präsident Donald Trump sagte, die Angriffe seien „zu Ehren“ der gefallenen Soldaten durchgeführt worden und erklärte, die USA würden „niemals zulassen, dass der Iran eine Atomwaffe besitzt“ [12][3]. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth schrieb, das Opfer der getöteten Soldaten „stärkt nur unsere Entschlossenheit“ [11][32].

Irans Militär und Führung stellten ihre Angriffe als verhältnismäßige Vergeltung für die US-Aggression dar. Die Iranische Revolutionsgarde kündigte Operationen gegen US-Militäreinrichtungen in Kuwait, Bahrain, Jordanien, Katar und Syrien an und erklärte, sie habe Radarsysteme, Flugzeuge und Munitionsdepots zerstört [22][32]. Die iranische Armee gab an, sie habe „großangelegte Angriffe mit Kamikaze-Drohnen“ gegen Camp Udairi und den Luftwaffenstützpunkt Ali Al Salem in Kuwait als Reaktion auf US-Angriffe auf Zivilisten und Infrastruktur im Iran durchgeführt [31][34]. Oberster Führer Mojtaba Khamenei warnte, die USA würden „unforgettable lessons“ [unvergessliche Lektionen] erleiden [9][21] und bezeichnete Trumps Unterschrift als „utterly worthless and devoid of credibility“ [völlig wertlos und ohne jede Glaubwürdigkeit] [7][11]. Kommandeur Ali Abdullahi vom iranischen Khatam-al-Anbiya-Zentralhauptquartier warnte, dass „any aggression or barbarism will be met with a decisive and devastating response“ [jede Aggression oder Barbarei wird mit einer entschlossenen und verheerenden Antwort beantwortet] [3][33].

Die Gastgeberregierungen am Golf und der Golfkooperationsrat warfen dem Iran Kriegsverbrechen wegen Angriffen auf zivile Infrastruktur vor. Der Golfkooperationsrat erklärte, die Aktionen Irans „constitute a highly dangerous escalation, a grave violation of international law and the United Nations Charter, as well as war crimes requiring international accountability“ [stellen eine höchst gefährliche Eskalation, einen schweren Verstoß gegen das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen sowie Kriegsverbrechen dar, die internationale Rechenschaftspflicht erfordern] [34]. Das kuwaitische Ministerium für Elektrizität, Wasser und erneuerbare Energien meldete, dass ein Kraft- und Wasserentsalzungswerk zum zweiten Mal innerhalb von zwei Tagen getroffen wurde [8][15][23]. Die Kuwait Petroleum Corporation gab an, eine ihrer wichtigen Ölanlagen sei getroffen worden, was „significant material damage and some injuries“ [erheblichen Sachschaden und einige Verletzte] verursacht habe [6]. Das jordanische Außenministerium bestellte den iranischen Geschäftsträger wegen „unjustified and blatant Iranian attacks“ [ungerechtfertigter und unverhohlener iranischer Angriffe] ein und erklärte, die Sicherheit Jordaniens sei „a red line that cannot be crossed“ [eine rote Linie, die nicht überschritten werden darf] [7][9][34]. Das bahrainische Militär erklärte, es habe „confronted, intercepted and destroyed several treacherous Iranian air attacks“ [mehrere heimtückische iranische Luftangriffe abgewehrt, abgefangen und zerstört] [17].

Iranische Behörden und internationale Beobachter dokumentierten eine zivile Opferzahl durch US-Angriffe. Das iranische Gesundheitsministerium meldete, dass bei US-Angriffen innerhalb von drei Wochen mehr als 50 Menschen getötet und über 500 verwundet wurden [16][32][21]. UN-Generalsekretär António Guterres äußerte sich besorgt über Angriffe auf zivile Infrastruktur im Iran und in der Region [39]. Eine Entsalzungsanlage in Jask wurde zerstört, wodurch 10.000 Menschen ohne Trinkwasser blieben [39]. Die Menschenrechtsbeobachtungsgruppe HRANA dokumentierte 376 Vorfälle in 15 iranischen Provinzen, darunter 48 Todesfälle und Schäden an Fischerbooten und Infrastruktur [41]. OCHAs Leiterin für humanitäre Angelegenheiten, Gemma Connell, äußerte sich besorgt über die Auswirkungen des Konflikts auf die Zivilbevölkerung und die Zerstörung von Ausrüstung des Roten Halbmonds [40].

Der Iran erklärte die Absichtserklärung von Islamabad für nichtig und warf den USA vor, zuerst gegen die Waffenstillstandsvereinbarung verstoßen zu haben. Der stellvertretende Außenminister Kasem Gharibabadi erklärte: „Leider haben die Amerikaner mit ihren aggressiven Maßnahmen gegen ihre Verpflichtungen aus der Absichtserklärung von Islamabad verstoßen“ [24] und sagte, der Iran setze seine Verpflichtungen „nicht länger um“ [35]. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, sagte, nahezu jeder Abschnitt der Vereinbarung sei von den USA innerhalb der letzten Woche bis zehn Tage verletzt worden [16]. Trump erklärte, es sei ihm „doesn't care“ [egal] in Bezug auf die Position Irans zur Absichtserklärung [16].

Der US-Angriff auf die im Bau befindliche Atomanlage Darkhovin löste unterschiedliche Reaktionen aus. Die iranische Atomenergieorganisation nannte ihn „an aggressive and brutal act contrary to international law“ [einen aggressiven und brutalen Akt, der gegen das Völkerrecht verstößt] und bezeichnete die Anlage als „one of the symbols of the dignity and self-sufficiency of the Iranian nation“ [eines der Symbole der Würde und Selbstgenügsamkeit der iranischen Nation] [2][9][33]. Die IAEO bestätigte, dass sich die Anlage in einem frühen Baustadium befand, kein Nuklearmaterial enthielt und kein radiologisches Risiko darstellte [2][15][34]. IAEO-Generaldirektor Rafael Grossi wiederholte den Aufruf zu „military restraint in the vicinity of all nuclear-related sites“ [militärischer Zurückhaltung in der Nähe aller nuklearen Anlagen] [23][33].

US-Außenminister Marco Rubio sagte, es sei „clear that Iran, at least some people in Iran, want to control the straits and hold that as leverage against the world“ [klar, dass der Iran, zumindest einige Leute im Iran, die Meerengen kontrollieren und als Druckmittel gegen die Welt einsetzen wollen], und rief andere Länder dazu auf, sich zum Schutz der globalen Schifffahrt „step up“ [stärker zu engagieren] [14][23]. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, beschuldigte die Vereinigten Staaten, die Kontrolle über die Straße von Hormus anzustreben [11][32]. Die Iranische Revolutionsgarde warnte, dass Schiffe, die auf Ermutigung des US-Militärs hin „unsafe routes“ [unsichere Routen] nutzten, „certainly face accidents“ [mit Sicherheit Unfälle erleiden] würden, und meldete, zwei Tanker in der Meerenge gestoppt zu haben, obwohl einige iranische Quellen behaupteten, die Schiffe seien „blown up“ [in die Luft gesprengt] worden [7][9][12]. Die täglichen Schiffsdurchfahrten durch die Meerenge fielen von fast 140 auf einstellige Werte, und Brent-Rohöl überstieg 90 Dollar pro Barrel [14][27]. Die Kriegsrisikoversicherungsprämien für Tanker stiegen, wobei Marcus Baker, globaler Leiter der Schiffsversicherung bei Marsh, anmerkte, die Raten seien „on a roller coaster mirroring the development of the price of oil“ [einer Achterbahnfahrt gleich, die die Entwicklung des Ölpreises widerspiegelt] [38].

Russland, China, Pakistan und der Irak forderten ein sofortiges Ende der Angriffe und eine Rückkehr zum vermittelten Dialog. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Zakharova, drängte die Beteiligten, „immediately stop exchanging strikes and resume dialogue“ [den Austausch von Schlägen sofort einzustellen und den Dialog wieder aufzunehmen] [45]. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lin Jian, erklärte, die Wiederherstellung einer sicheren und freien Durchfahrt in der Meerenge liege im Interesse aller [46]. Der irakische Außenminister Fuad Hussein bekundete Bagdads Bereitschaft zur Vermittlung und wies darauf hin, dass der Krieg den irakischen Ölexporten direkt geschadet habe [44]. Der omanische Außenminister Sayyid Badr Albusaidi tauschte sich mit dem iranischen Außenminister Abbas Arakchi über Mechanismen für eine sichere Durchfahrt durch die Meerenge aus [43].

Kongressabgeordnete beider Parteien stellten die Befugnis der Regierung zur Fortsetzung der Angriffe infrage. Der republikanische Abgeordnete Thomas Massie argumentierte, die Regierung versuche, die War Powers Resolution zu umgehen, „by pretending you can play stop-start and restart the clock“ [indem sie so tut, als könne man ein Stop-and-Go spielen und die Uhr neu starten] [36]. Der demokratische Senator Adam Schiff brachte eine neue War-Powers-Resolution ein und erklärte, „any assertion by the Trump administration that he gets 60 more days to act without Congress has no foundation in law“ [jede Behauptung der Trump-Regierung, sie habe 60 weitere Tage, um ohne Kongress zu handeln, entbehre jeder rechtlichen Grundlage] [36]. Trump benachrichtigte den Kongress offiziell, dass die Militäraktionen gegen den Iran wieder aufgenommen worden seien, und beschrieb sie als „limited, measured, planned, and executed in a manner designed to minimize civilian casualties“ [begrenzt, maßvoll, geplant und in einer Weise durchgeführt, die darauf abzielt, zivile Opfer zu minimieren] [36].

Das israelische Militär gab an, es fange vorsorglich Raketentrümmer in der Nähe israelischen Territoriums ab, nachdem es vom Iran aus in Richtung Aqaba in Jordanien abgefeuerte Raketen identifiziert hatte [7][15]. Der israelische Verteidigungsminister Yisrael Katz warnte, dass jeder direkte iranische Raketenstart in Richtung Israel eine bedingungslose Vergeltung mit voller Wucht auslösen würde [16][23].

Der Militärexperte Munir Shehdeh schätzte ein, dass die US-Angriffe zwar die iranische Infrastruktur tief im Landesinneren erreicht hätten, eine Bodenintervention jedoch unwahrscheinlich sei [4]. Der Nahost-Spezialist Sébastien Boussois urteilte, Trump „has no interest in getting involved in what would be a lasting war“ [habe kein Interesse daran, sich in einen dauerhaften Krieg hineinziehen zu lassen] und dass wiederaufgenommene Gespräche das iranische Regime nur stärken würden [23]. Ein in ägyptischen Medien zusammengefasster Meinungsartikel des Guardian argumentierte, Trumps Mangel an strategischer Vision und seine übereilten Entscheidungen seien der Haupttreiber der Krise und stärkten die iranischen Hardliner [30].

Die von Oman vermittelten Gespräche über die maritime Sicherheit in der Straße von Hormus wurden parallel zu irakischen Angeboten, Verhandlungen zwischen Washington und Teheran zu vermitteln, fortgesetzt [43][44].