Am Abend des 25. Juli 2026 fuhr ein Fahrzeug in die Menschenmenge der Christopher-Street-Day-Pride-Feier in Berlin, tötete eine Frau und verletzte 16 Menschen, drei davon lebensgefährlich [1][5][6]. Das Fahrzeug, beschrieben als weißer Van oder kleiner SUV, drang gegen 22 Uhr in den Tiergarten nahe der Paradestrecke ein und kam nach dem Aufprall gegen einen Baum zum Stehen [7][16]. Der Berliner Polizeisprecher Florian Nath erklärte, ein den Behörden bekannter und der Berliner Islamistenszene zugerechneter Verdächtiger sei identifiziert, aber nicht festgenommen worden, und fügte hinzu: "We still have no information whatsoever regarding his specific motives, the exact sequence of events, or his role in the crime itself" [Wir haben noch keinerlei Informationen über seine konkreten Motive, den genauen Tathergang oder seine Rolle bei der Tat selbst] [1][5][7]. Der Spiegel berichtete, der Verdächtige sei ein 21-jähriger Mann, der im Mai 2026 aus der Jugendhaft entlassen worden sei, und die Polizei habe eine Wohnung in Berlin-Schöneberg durchsucht, ohne eine Festnahme vorzunehmen [6][19]. Für die Veranstaltung waren über 2.200 Polizisten im Einsatz, und die Organisatoren sagten das restliche Programm ab und forderten die Teilnehmer auf, das Gelände ruhig zu verlassen [1][12].

Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte die seiner Worte nach "entsetzliche Tat" und versprach, gemeinsam mit Innenminister Alexander Dobrindt für eine "lückenlose Aufklärung und Bestrafung" zu sorgen [1][5][14]. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner besuchte den Tatort und bezeichnete den Vorfall als Angriff auf eine freie und weltoffene Gesellschaft mit den Worten: "Wir werden uns unsere Art zu leben und unser Miteinander nicht nehmen lassen" [5][6][7]. Dobrindt nannte es eine "feige, abscheuliche Attacke auf friedlich feiernde Menschen" [6]. Berlins Innensenatorin Iris Spranger erklärte, sie sei entsetzt über die Tat während des CSD, den Tausende Teilnehmer friedlich gefeiert hätten, und kürze ihren Urlaub ab, um nach Berlin zurückzukehren [6].

Berliner Behördenvertreter warnten vor einer voreiligen Einordnung des Angriffs. Der amtierende Innensenator Christian Gaebler mahnte, nicht über die Hintergründe des Vorfalls zu spekulieren, und erklärte, es gebe noch keine Informationen zu politischen oder kriminellen Motiven und der Vorfall habe sich im Tiergarten und nicht innerhalb der Veranstaltung selbst ereignet [14][6]. Wegner erklärte gesondert, es sei noch zu früh, um den Vorfall als Terroranschlag zu bezeichnen [14]. Novaya Gazeta Europe berichtete, es sei weiterhin unklar, ob es sich um einen Terroranschlag handele oder ob der Vorfall mit der Pride-Veranstaltung in Verbindung stehe [12].

Wegner verteidigte die Sicherheitsplanung Berlins für die Veranstaltung und erklärte, er sehe keine Schwächen im Sicherheitskonzept [6]. Die TV-Persönlichkeit Kader Loth, die an der Veranstaltung teilnahm, beschrieb ein nahezu vollständiges Fehlen sichtbarer Sicherheitskräfte: "Es gab kaum Security und Sicherheitsvorkehrungen. Das hat mich zum Aufbrechen bewogen" [22].

Mitglieder der queeren Gemeinschaft und Kulturschaffende äußerten Trauer und Entschlossenheit. Der Queer-Beauftragte des Berliner Senats, Alfonso Pantisano, sagte, er sei "vollkommen erschüttert" und nannte es "einen Tag großer Trauer für die queere Gemeinschaft", und appellierte an die Gemeinschaft, sich nicht einschüchtern zu lassen [6][21]. Der Veranstaltungsteilnehmer Julian Miethig beschrieb es als "one of the worst days for the queer community and a day I personally hoped I'd never have to experience" [einen der schlimmsten Tage für die queere Gemeinschaft und einen Tag, von dem ich persönlich gehofft hatte, ihn nie erleben zu müssen] [8][16]. Rapper Ikkimel schrieb: "Ich kann es nicht fassen. Wenigstens Berlin sollte ein sicherer Ort sein" und erklärte, Liebe sei niemals der Fehler und Angst und Hass seien niemals eine Antwort [6]. Sängerin Sarah Connor sprach den Angehörigen der Verletzten und der Toten ihr Beileid aus [6].

Mehrere Medien ordneten den Angriff in eine Reihe von Fahrzeug- und Messerattacken in Deutschland ein, darunter der Lkw-Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016, die Amokfahrt auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt 2024 und eine Messerattacke am Berliner Holocaust-Mahnmal 2025 [4][5][7][9][15]. The Guardian stellte den Vorfall zudem in den Kontext sowohl zunehmender Unterstützung für die rechtsextreme AfD als auch islamistisch inspirierter Anschläge [8]. Die Tagesschau berichtete, am Rande des CSD habe eine rechtsextreme Gegendemonstration stattgefunden, bei der eine Person festgenommen worden sei, und bei einer separaten Demonstration der "Internationalist Queer Pride" habe es neun Festnahmen gegeben, nachdem verbotene Parolen skandiert worden seien [20].

Florian Winkler-Schwarz, Geschäftsführer des LSVD Berlin-Brandenburg, argumentierte, dass Radikalisierung im Internet körperlicher Gewalt vorausgehe: "Unsere These ist, dass Menschen sich zuerst im Netz radikalisieren und damit dann die Straftaten draußen auf der Straße zunehmen" [23]. Laut rbb24 hatte der LSVD innerhalb von zwei Wochen 4.000 Hasskommentare erhalten [23].

Ein irakisches Medium, Al-Sumaria, gab widersprüchliche Zeugenaussagen wieder – einige sagten, die Polizei habe den Fahrer festgenommen, andere berichteten, ein Mann sei aus dem Fahrzeug gesprungen und geflohen –, ohne eine islamistische Verbindung zu bestätigen [2]. Iran International berichtete, dass einige Medien in der Islamischen Republik Iran den Angriff als "ramming operation" [Rammoperation] bezeichneten, ein Begriff, der, wie das Medium anmerkte, oft in einem spezifischen politischen Kontext verwendet wird [25]. Die Polizei untersuchte zudem Zeugenberichte über mögliche Stichwunden in einer möglichen zweiten Phase des Angriffs, nachdem das Fahrzeug zum Stehen gekommen war [6][7][20][24].

Die Fahndung nach dem Verdächtigen dauerte in ganz Berlin an, wobei die Polizei einen öffentlichen Aufruf mit Fotos startete und ein Hinweisportal für Zeugenbeweise einrichtete [19][20]. Die Pride-Veranstaltung wurde abgesagt und ein für Sonntag geplanter Frühstücksmarkt abgesagt [6].