Israelische Streitkräfte griffen den Luftwaffenstützpunkt Abu al-Duhur in Syrien an und zielten Tage später auf ein Fahrzeug nahe Beit Jinn im Südwesten des Landes, während syrische und israelische Vertreter einen von den USA vermittelten diplomatischen Kanal in Jordanien eröffneten, um die daraus entstandenen Spannungen zu behandeln [3][4][6]. Die von der syrischen Regierung bestätigten Gespräche konzentrierten sich auf Mechanismen, um die israelischen Angriffe zu stoppen und Verhandlungen über ein Sicherheitsabkommen wiederzubeleben [6][13].

Israel stellte den Angriff auf Abu al-Duhur als Verteidigungsmaßnahme dar, die auf Geheimdienstinformationen beruhte, wonach die Türkei plante, Drohnen und Radarsysteme auf dem Stützpunkt zu stationieren [3][5]. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärte, Israel und Syrien hätten sich auf einen sicherheitspolitischen Status quo geeinigt, den Syrien "on the verge of breaching" [kurz davor stehe zu verletzen] sei, indem es türkischen Truppen die Stationierung erlaubte, und sein Büro erklärte, türkische Soldaten seien "trying to settle at the base" [dabei, sich auf dem Stützpunkt festzusetzen] [4][18]. Verteidigungsminister Israel Katz sagte, die Angriffe seien eine Reaktion auf "clear intelligence" [eindeutige Geheimdienstinformationen] über die Absichten der Türkei gewesen [4][7]. Das israelische Militär beschrieb den Angriff auf Beit Jinn als gezielten Schlag gegen einen "terrorist" [Terroristen] in der Endphase der Vorbereitung von Anschlägen [4][7]. Armeechef Generalleutnant Eyal Zamir sagte den Truppen: "we will not allow hostile forces to establish themselves on our borders" [wir werden nicht zulassen, dass sich feindliche Kräfte an unseren Grenzen festsetzen] [7].

Der syrische Außenminister Asaad al-Shaibani bestritt jeglichen Plan für einen türkischen Stützpunkt und erklärte, es gebe "no intention to establish a Turkish base there, nor to establish a permanent Turkish military presence or deploy Turkish forces at the site" [keine Absicht, dort einen türkischen Stützpunkt zu errichten, noch eine dauerhafte türkische Militärpräsenz aufzubauen oder türkische Streitkräfte an dem Ort zu stationieren] [3][23]. Er räumte ein, dass türkische Offiziere den Luftwaffenstützpunkt im Rahmen routinemäßiger Ausbildungskooperation besucht hätten [14][16]. Das syrische Außenministerium bezeichnete den Angriff auf Beit Jinn als "flagrant violation" [eklatante Verletzung] der Souveränität und beschrieb das getroffene Fahrzeug als zivil [5][7], und UN-Sprecher Stéphane Dujarric erklärte: "these airstrikes must cease" [diese Luftangriffe müssen aufhören] [34]. Zwölf arabische und mehrheitlich muslimische Staaten, darunter Katar, Saudi-Arabien und die Türkei, verurteilten den Angriff [35]. Ankara bestritt jeglichen Besuch des Ortes und wies Israels Andeutung zurück, die Türkei stelle eine Bedrohung dar [4][7].

Der US-Gesandte Tom Barrack bezeichnete den Angriff auf Abu al-Duhur als "unnecessary escalation that does not advance regional stability" [unnötige Eskalation, die die regionale Stabilität nicht voranbringt] und deutete an, es könne sich um "the Israelis baiting the Turks" [die Israelis, die die Türken ködern] vor den israelischen Wahlen handeln [4][7]. Barrack erklärte später, US-Behörden seien zu dem Schluss gekommen, dass die Geheimdienstinformationen über türkische Militärbewegungen falsch gewesen seien [18]. Er warf Israel vor, vor den Angriffen keine Warnung gegeben zu haben [16], und warnte, der Angriff könne einen direkten militärischen Konflikt zwischen Israel und der Türkei auslösen [10]. Katz entgegnete, Barracks Äußerungen seien "full of inaccuracies and positions that contradict the stance of US President Trump" [voller Ungenauigkeiten und Positionen, die der Haltung von US-Präsident Trump widersprechen] in Bezug auf die Golanhöhen, und bestand darauf, Israel habe vor dem Angriff Geheimdienstinformationen mit autorisierten US-Stellen geteilt [7][15][16].

Trotz der Angriffe trafen sich al-Shaibani und Mossad-Direktor Roman Gofman, um die Spannungen zu verringern [3]. Es folgten von den USA vermittelte Gespräche in Jordanien, bei denen die syrische Delegation den israelischen Rückzug auf die Linien vor Dezember 2024 und die vollständige Wiederherstellung des Entflechtungsabkommens von 1974 als Prioritäten betonte [6][13]. Die Gespräche befassten sich auch damit, die türkischen und israelischen Positionen einander anzunähern [21]. Al-Shaibani sagte, die beiden Seiten hätten sich früher im Jahr auf dem Papier auf "almost everything" [fast alles] geeinigt, einschließlich Sicherheitszonen und einer UN-Pufferzone, doch Damaskus bezweifle Israels Bereitschaft zur Umsetzung [6]. Er erklärte: "We do not trust Israel at present. We deal with it through our interactions, but there is currently no trust" [Wir vertrauen Israel derzeit nicht. Wir gehen durch unsere Interaktionen mit ihm um, aber es gibt derzeit kein Vertrauen] [22]. Präsident Ahmed al-Sharaa sagte, Damaskus arbeite mit mehreren Ländern an einem Sicherheitsabkommen, das den Weg für einen umfassenden Frieden ebnen könne, ohne den Anspruch auf die Golanhöhen aufzugeben [2].

Israelische Oppositionspolitiker warfen Netanyahu vor, die Angriffe für Wahlkampfvorteile zu nutzen. Der Vorsitzende der Partei Demokraten, Yair Golan, sagte, "military force is once again being used for political considerations" [militärische Gewalt werde erneut für politische Erwägungen eingesetzt], und warnte, der Angriff riskiere eine Konfrontation mit der Türkei [24][25]. Der frühere Ministerpräsident Ehud Barak bezeichnete die Haltung der Regierung als "reckless and stupid" [rücksichtslos und dumm] und sagte, sie "strongly reeks of a political motive to go into elections with security tensions" [stinke stark nach einem politischen Motiv, mit Sicherheitsspannungen in Wahlen zu gehen] [25]. Ein Leitartikel der Haaretz fragte, ob irgendjemand die Kosten eines Krieges mit dem NATO-Mitglied Türkei bedacht habe [10].

Türkische Analysten argumentierten, Ankara verfolge Zurückhaltung statt Konfrontation. Canan Tercan von der Universität Istanbul Aydin erklärte, dass "Türkiye's presence in Syria for training purposes is entirely at the request of the Syrian government" [die Präsenz der Türkei in Syrien zu Ausbildungszwecken erfolge vollständig auf Ersuchen der syrischen Regierung] und dass Ankara keine territorialen Ambitionen habe [5]. Omer Behram Ozdemir von der Ibn-Haldun-Universität sagte, Ankara werde wahrscheinlich Zurückhaltung wahren und sich auf den langfristigen institutionellen Wiederaufbau in Syrien konzentrieren [5]. Die Kommunikationsdirektion der Türkei bezeichnete israelische Äußerungen gegen Präsident Erdogan als "outrageous ravings" [ungeheuerliches Geschwafel] und warf Netanyahus Regierung vor, "cheap politics" [billige Politik] für Wahlkampfvorteile zu betreiben [5]. Die Türkei beantragte außerdem eine Interpol-Rotfahndung gegen Netanyahu im Zusammenhang mit einem Strafverfahren wegen des Abfangens von Aktivisten an Bord der Global-Sumud-Flottille [5][7].

An einer anderen Front drohten Netanyahus Büro und Verteidigungsminister Katz damit, die gezielten Tötungen der Verantwortlichen zu verstärken und palästinensische Gemeinden in Gaza zu evakuieren, falls die Starts von Drachen, Ballons und Drohnen in Richtung Israel nicht aufhörten [8][17]. Das Gesundheitsministerium in Gaza berichtete, dass seit dem Waffenstillstand vom Oktober 2025 1.285 Palästinenser getötet worden seien, womit die Gesamtzahl der Todesopfer seit Oktober 2023 73.419 erreicht habe [1]. Ein vertriebener Palästinenser in Gaza sagte: "No hay alto el fuego, no hay nada" [Es gibt keinen Waffenstillstand, nichts] [8]. Hamas-Sprecher Basem Naim sagte, Kinder ließen Drachen steigen, um "recover something of their childhood among the rubble" [etwas von ihrer Kindheit inmitten der Trümmer zurückzugewinnen] [8]. Ein Friedensüberwachungsgremium erklärte, dass "now it is up to Hamas to demonstrate whether it really intends to comply" [es nun an der Hamas liege zu zeigen, ob sie wirklich beabsichtige, sich daran zu halten] [8]. Im Westjordanland berichtete der Palästinensische Rote Halbmond, Zivilisten, darunter Kinder, während israelischer Razzien wegen des Einatmens von Tränengas behandelt zu haben, sowie einen von Siedlern verprügelten Jugendlichen [19].

Über 100 ehemalige britische und französische Diplomaten warfen Israel ethnische Säuberung vor, warnten, dass "Palestine is being erased in front of the world's eyes" [Palästina vor den Augen der Welt ausgelöscht wird], und forderten Handels- und Waffenverbote [9]. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bezeichnete die israelische Siedlungserweiterung in der Zone E1 als völkerrechtswidrig [11], und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen beschrieb die Pläne als "unacceptable" [inakzeptabel] [11]. Der britische Außenminister Ed Miliband bezeichnete Siedlungsausschreibungen als "a destructive threat to the viability of a two-state solution" [eine zerstörerische Bedrohung für die Lebensfähigkeit einer Zweistaatenlösung] [9]. Eine Gruppe von acht mehrheitlich muslimischen Staaten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, erklärte, Israels Handeln "fundamentally undermine the collective efforts undertaken to achieve a just and lasting peace" [untergrabe grundlegend die gemeinsamen Bemühungen um einen gerechten und dauerhaften Frieden] [9]. Der israelische Außenminister Gideon Sa'ar wies die Kritik zurück und erklärte, dass "Jewish people have a right to live throughout Israel just as British people have a right to live throughout the UK" [das jüdische Volk das Recht habe, in ganz Israel zu leben, ebenso wie das britische Volk das Recht habe, im gesamten Vereinigten Königreich zu leben] [9].

Barrack sagte, die USA arbeiteten an einem Mechanismus, um Reibungen zwischen Israel, der Türkei und Syrien zu verhindern [26]. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte dokumentierte seit Beginn des Jahres 2026 57 israelische Angriffe auf syrisches Territorium [5]. Al-Shaibani äußerte die Erwartung, dass die Sicherheitsverhandlungen mit Israel trotz des mangelnden Vertrauens zwischen den Parteien bald wieder aufgenommen würden [6].