Präsident Donald Trump kündigte an, dass die Vereinigten Staaten ein Abkommen mit Venezuela erreicht haben, das den USA die Mehrheitskontrolle über mehr als 65 Milliarden Barrel nachgewiesener Ölreserven gewährt, und bezeichnete es in einem Beitrag auf Truth Social als "THE BIGGEST OIL DEAL IN WORLD HISTORY" [das größte Ölabkommen der Weltgeschichte] [1][2][3]. Trump erklärte, Außenminister Marco Rubio und Kriegsminister Pete Hegseth hätten das Abkommen mit Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez durch eine Partnerschaft mit der Privatwirtschaft ausgehandelt und sich die Reserven "at no cost to the American Taxpayer" [ohne Kosten für den amerikanischen Steuerzahler] gesichert [2][4][21]. Trump sagte, das Abkommen "MORE THAN DOUBLES American Oil Reserves" [mehr als verdoppelt die amerikanischen Ölreserven] und "will substantially lower Gas Prices for all Americans" [wird die Benzinpreise für alle Amerikaner erheblich senken] [3][10][19].

Das Abkommen umfasst ein Joint Venture, bei dem die US-Regierung 55 Prozent der Kontrolle neben einem erfahrenen privaten Betreiber behält, während Rodríguez eine Konzession für 100 Jahre gewährt [3]. Das Abkommen erstreckt sich auf 17 strategische Ölfelder, darunter Gebiete im Junín-Gürtel und rund um den Maracaibo-See, wobei Rodríguez erklärte, es werde über 100 Milliarden Dollar an privaten Investitionen und mehr als 209 Milliarden Dollar an Steuereinnahmen für den venezolanischen Staat bringen [15][6]. Rodríguez bezeichnete das Abkommen als mit "a significant impact on the rebirth of our nation" [einem bedeutenden Einfluss auf die Wiedergeburt unserer Nation] verbunden und sagte, die Investitionen würden zu "the recovery and modernization of our industry" [der Erholung und Modernisierung unserer Industrie] und "the energy security of our hemisphere" [der Energiesicherheit unserer Hemisphäre] beitragen [3][4][17]. Rubio nannte das Abkommen "a huge win for both the American and Venezuelan people" [einen großen Gewinn für das amerikanische und das venezolanische Volk] und sagte, es werde "stable reserves and low-cost oil" [stabile Reserven und kostengünstiges Öl] für die USA sichern und zugleich Tausende Arbeitsplätze in Venezuela unterstützen [3][4][17].

Das Office of Strategic Capital des Pentagons gilt als mögliches Instrument zur Überwachung der Investition, wobei der venezolanische Geschäftsmann Alejandro Betancourt über sein Unternehmen NABEP als wichtiger Vermittler fungiert [6][22][33]. Das Abkommen folgt auf die Festnahme Maduros durch die USA im Januar, nach der US-Streitkräfte den venezolanischen Präsidenten absetzten, dem nun in New York Anklagen wegen Narkoterrorismus auf Bundesebene drohen [3][4]. Die USA üben seit Maduros Festnahme bereits faktische Macht in Venezuela aus, wobei Rubio als faktische Autorität in Caracas gilt [23]. Unter Druck unterzeichnete Rodríguez ein Gesetz, das Venezuelas Ölsektor für die Privatisierung öffnet und damit einen Grundpfeiler der unter Hugo Chávez begründeten sozialistischen Bewegung umkehrt [8][9].

Venezolanische Oppositionsvertreter und Ökonomen stellten die Legitimität des Abkommens infrage. Der Harvard-Professor und ehemalige venezolanische Planungsminister Ricardo Hausmann erklärte, dass "an illegitimate interim government with an illegitimate hydrocarbons law has no legitimacy to strike this unconstitutional deal" [eine illegitime Übergangsregierung mit einem illegitimen Kohlenwasserstoffgesetz keine Legitimität hat, dieses verfassungswidrige Abkommen zu schließen], und sagte voraus, es "will be a fiasco for all involved" [werde ein Fiasko für alle Beteiligten sein] [6][18][33]. Der Ökonom Francisco Rodríguez forderte die Nationalversammlung auf, das von ihm als "predatory deal" [räuberisches Abkommen] bezeichnete Geschäft abzulehnen, und erklärte, dass "handing over Venezuela's oil wealth to the US contravenes the constitution and is not in the interest of the Venezuelan people — much more when it is done at gunpoint" [die Übergabe des venezolanischen Ölreichtums an die USA gegen die Verfassung verstößt und nicht im Interesse des venezolanischen Volkes liegt — umso mehr, wenn es mit vorgehaltener Waffe geschieht] [18][25]. Ein namentlich nicht genannter venezolanischer Oppositionsvertreter bezeichnete das Abkommen als "a land grab – a massive land grab" [einen Landraub – einen massiven Landraub], nannte es "revolting" [empörend] und charakterisierte die USA als "rapacious, mafioso" [raffgierig, mafiös] statt als "the United States of the Marshall Plan" [die Vereinigten Staaten des Marshallplans] [7][18]. Der Energiehistoriker Gregory Brew erwartete "quite a lot of suspicion and rejection of any deal that would hand the United States government effective control over Venezuelan resources" [ziemlich viel Misstrauen und Ablehnung gegenüber jedem Abkommen, das der Regierung der Vereinigten Staaten die effektive Kontrolle über venezolanische Ressourcen übertragen würde], und verglich es mit Ölkonzessionen aus der Kolonialzeit — "it sounds colonial, because it is" [es klingt kolonial, weil es das ist] —, während die Oppositionsführerin María Corina Machado das Abkommen als Preisgabe nationaler Ressourcen an langfristigen US-Einfluss bezeichnete [18][25].

Branchenanalysten stellten Fragen zur technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit des Abkommens. Der Spiegel berichtete, dass 80–90 Prozent der 300 Milliarden Barrel Reserven Venezuelas im abgelegenen Orinoco-Gürtel als Schweröl mit hohem Schwefelgehalt liegen, was massive Infrastrukturinvestitionen erfordert [5]. ExxonMobil-Chef Darren Woods bezeichnete Venezuela nach Maduros Absetzung als "un-investable" [nicht investierbar], obwohl Trump darauf bestand, seine Regierung habe dem Land Stabilität gebracht [9]. Venezuelas derzeitige Fördermenge liegt bei etwa 1,25 Millionen Barrel pro Tag, obwohl das Land über die größten Reserven der Welt verfügt; Analysten verweisen auf jahrzehntelange Unterinvestitionen und schlechte Infrastruktur als Hindernisse für große kurzfristige Produktionssteigerungen [12][32].

Analysten von Rystad Energy, Kpler und PwC Indien stellten fest, dass venezolanisches Rohöl aufgrund begrenzter Produktion, logistischer Probleme und Qualitätsfragen die Lieferungen aus dem Nahen Osten oder Russland nicht ersetzen kann [31]. Der ehemalige BP-Chef Lord Browne bezeichnete die Wiederbelebung als "a very long-term project" [ein sehr langfristiges Projekt], und Neil Shearing, Chefökonom von Capital Economics, sagte, der Plan werde "minimal impact on global oil supply and prices" [minimale Auswirkungen auf das globale Ölangebot und die Preise] haben [32]. David Goldwyn von Goldwyn Global Strategies stellte infrage, ob angesichts der Infrastruktur- und Sicherheitsrisiken überhaupt ein Betreiber bereit wäre, dort zu arbeiten [33].

Mehrere Medien ordneten das Abkommen in den Kontext des innenpolitischen Energiedrucks der Vereinigten Staaten ein. Die US-Benzinpreise lagen bei 4,09 Dollar pro Gallone, nach 3,21 Dollar ein Jahr zuvor, während die strategische Erdölreserve Anfang August unter 300 Millionen Barrel fiel — ein 40-Jahres-Tief [4][8][9][13]. Der anhaltende Iran-Krieg, nun im sechsten Monat, hat die Ölströme aus dem Golf durch die Straße von Hormus verringert [4][8][9][26]. RFI berichtete, dass Chevron die Produktion bereits auf 280.000 Barrel pro Tag gesteigert hat und bis Ende 2028 eine Steigerung um 50 Prozent plant [11].

Venezuela erwägt den Austritt aus der OPEC, während es seine Beziehungen zu Washington vertieft — ein Schritt, der nach Warnung von Energieanalysten das Kartell weiter fragmentieren könnte [16][24]. Ali Al Riyami, ehemaliger Generaldirektor für Öl- und Gasmarketing im Energieministerium Omans, warnte, dass "the very cohesion and credibility of OPEC could be at stake" [der Zusammenhalt und die Glaubwürdigkeit der OPEC selbst auf dem Spiel stehen könnten] [34]. Hamad Hussain von Capital Economics sagte, der Austritt sei "another sign of OPEC's waning influence" [ein weiteres Zeichen für den schwindenden Einfluss der OPEC], was zu volatileren Ölpreisen führen könnte [34]. Henning Gloystein von der Eurasia Group erklärte, dass "OPEC is fighting what is starting to look like a losing battle against significant changes in the geopolitics of oil" [die OPEC einen Kampf führt, der allmählich wie ein verlorener Kampf gegen bedeutende Veränderungen in der Geopolitik des Öls aussieht] [34].

Chinas staatlicher Ölkonzern CNPC wies seine Händler an, die Käufe venezolanischen Rohöls einzustellen, sobald es unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten geriet, was Pekings Widerwillen signalisiert, von den USA kontrollierte Lieferungen zu legitimieren oder von ihnen abhängig zu sein [28]. Die russische Staatsagentur RIA Novosti verbreitete die Ankündigung mit dem Hinweis, dass das Abkommen die US-Ölreserven mehr als verdoppeln werde [27], während Iran International das Abkommen mit dem Iran-Krieg und steigenden Kraftstoffpreisen in Verbindung brachte [26]. Beide Medien ordneten das Abkommen in umfassendere US-Bemühungen ein, die Energiehebelwirkung auszuweiten und den Zugang von Konkurrenten zu venezolanischem Rohöl zu schwächen [26][27].

Chevron und andere US-Energieunternehmen werden voraussichtlich nächste Woche Investitionsabkommen unterzeichnen [7]. Ein Pachtmodell, bei dem Felder an US-Produzenten versteigert werden, wird als rechtlicher Rahmen für die Zuteilung der 17 Felder geprüft [16][2]. Das Abkommen sieht sich möglichen rechtlichen Anfechtungen nach venezolanischem Verfassungs- und Kohlenwasserstoffrecht gegenüber [16][25].