Die Federal Reserve erhöhte ihren Leitzins am 16. September 2026 um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 3,75–4 %, ihre erste Erhöhung seit Juli 2023, in einer einstimmigen 12-0-Abstimmung des Offenmarktausschusses [4][5][13]. Die Entscheidung fiel bei einer Inflation von 3,4 % im August — seit fast fünf Jahren über dem Ziel der Fed von 2 % — und bei einer Rendite zehnjähriger Staatsanleihen von über 5 % erstmals seit 19 Jahren [2][15]. Notenbankchef Kevin Warsh sagte vor Journalisten, "inflation is too high and has been for too long" [die Inflation ist zu hoch, und das schon zu lange] und erklärte, die Entscheidung sei die der Fed selbst, beruhend auf ihrer eigenen Einschätzung und nicht auf Finanzmärkten oder politischem Druck [4][7][8]. In der Erklärung des Offenmarktausschusses hieß es, der Schritt "will support a timelier return to the Committee's 2 percent goal" [werde eine zeitgerechtere Rückkehr zum Ziel des Ausschusses von 2 Prozent unterstützen] [5][21].
Präsident Donald Trump, der Warsh im Mai ernannt hatte, nachdem sein Vorgänger Jerome Powell sich geweigert hatte, die Zinsen zu senken, schrieb auf Truth Social, "Interest Rates in the United States should be 1%, or less" [die Zinssätze in den Vereinigten Staaten sollten bei 1 % oder weniger liegen] und forderte die Fed auf, sie "AND FAST" [UND ZWAR SCHNELL] zu senken [2][4][20]. Trump nannte den Fed-Vorstand "very hostile" [sehr feindselig] und "very political" [sehr politisch] und sagte, die Fed erhöhe die Zinsen, "to damage him as much as possible" [um ihm so viel wie möglich zu schaden] [7][18]. Er hatte zuvor gedroht, den Handel mit Ländern einzustellen, die Überschüsse gegenüber den USA erzielen, falls die Fed die Zinsen nicht senke [5][26], wobei spanisch- und deutschsprachige Berichte die Drohung als gegen Länder gerichtet wiedergaben, mit denen die USA Defizite haben [11][25]. Wirtschaftsberater Kevin Hassett warnte vor der Entscheidung, "the president will not be at all happy" [der Präsident werde ganz und gar nicht erfreut sein], sagte aber, das Weiße Haus werde die Entscheidung "understand and respect" [verstehen und respektieren] [11][28].
Ökonomen und Marktstrategen bezeichneten die Erhöhung als erzwungen durch verfestigten Preisdruck. Diane Swonk von KPMG sagte, "price pressures remain too elevated and too persistent for policymakers to look through, while the economy and labour market have held up well enough to absorb tighter policy" [der Preisdruck bleibe zu hoch und zu hartnäckig, als dass die Entscheidungsträger darüber hinwegsehen könnten, während Wirtschaft und Arbeitsmarkt sich gut genug gehalten hätten, um eine straffere Politik zu verkraften] [6]. Jenny Zeng von Allianz sagte, die allgemeinen Finanzierungsbedingungen seien "continue to be accommodative" [weiterhin akkommodierend] und die derzeitigen Zinsen stellten noch kein restriktives Niveau dar [15]. Die Zusammenfassung der Wirtschaftsprojektionen zeigte, dass mindestens 12 von 18 Entscheidungsträgern bis zum Jahresende eine weitere Erhöhung erwarteten, wobei die mittlere Zinsprojektion für 2026 von 3,8 % im Juni auf 4,1 % stieg [6][10][26]. Stephen Brown von Capital Economics erwartete eine weitere Erhöhung in diesem Jahr und eine dritte Anfang 2027 [13].
Demokratische Abgeordnete stellten die Inflation, die die Erhöhung erzwang, als von Trump selbst verursacht dar. Der Abgeordnete Brendan Boyle sagte, "the Federal Reserve just raised interest rates because Donald Trump's tariff taxes and Iran war have sent inflation soaring" [die Federal Reserve habe die Zinsen gerade erhöht, weil Donald Trumps Zollsteuern und der Iran-Krieg die Inflation in die Höhe getrieben hätten] [13]. Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Chuck Schumer, sagte, die Erhöhung "is going to make everything become more expensive" [werde alles teurer machen] und machte Trumps Wirtschaftspolitik dafür verantwortlich [4]. Claudia Sahm von New Century Advisors sagte, "you shouldn't have to prove yourself by inflicting Americans with higher mortgage rates" [man sollte sich nicht beweisen müssen, indem man den Amerikanern höhere Hypothekenzinsen aufbürdet], und nannte dies "the reality of this situation" [die Realität dieser Situation] [28]. JP Morgan, KeyCorp und BNY hoben ihre Leitzinsen für erstklassige Kunden auf 7 % an, und die durchschnittliche 30-jährige Festhypothek erreichte 6,76 % [4].
Ein anderer Analysestrang stellte infrage, ob Zinserhöhungen die eigentliche Ursache der Inflation treffen. Fujishiro Koichi vom Dai-ichi Life Research Institute schrieb, die Fed "faces little need to suppress demand because inflation is driven by tariffs and oil" [habe kaum Anlass, die Nachfrage zu dämpfen, weil die Inflation von Zöllen und Öl getrieben werde] [45]. Der Bankenexperte Badr Sarhan und die Investmentfirma Capital Investments, zitiert in einer Berichterstattung aus den VAE, argumentierten, eine Straffung "may not be the right tool for supply-side inflation" [sei möglicherweise nicht das richtige Instrument für angebotsseitige Inflation] und dass weitere Erhöhungen bei Ölpreisen über 100 Dollar die inländischen Finanzierungskosten erhöhten und auf Nicht-Öl-Sektoren lasteten [41]. Die eigenen Projektionen der Fed zeigen, dass die Inflation erst 2029 zum Ziel zurückkehrt [31].
Die Entscheidung wirkte sich weltweit aus. Die Währungsbehörde von Hongkong erhöhte ihren Basiszinssatz im Gleichschritt mit der Fed um 25 Basispunkte auf 4,25 %, entsprechend der Dollar-Bindung der Stadt, wobei ihr Chef Eddie Yue warnte, Carry-Trades könnten den Hongkong-Dollar an die schwache Seite seines Bandes drücken [23]. Von den Golf-Zentralbanken wurde erwartet, dass sie dem Schritt folgen, um die Attraktivität der Einlagen zu erhalten und Kapitalabflüsse zu verhindern [41]. In Südkorea erreichte die Zinsdifferenz zu den USA bis zu 1 Prozentpunkt, bei Hypothekenzinsen über 7 % [26][44]. Kenianische Medien berichteten über Druck auf die Zentralbank von Kenia, ihren Zinssatz zur Verteidigung des Schillings zu erhöhen [38], und indische Berichterstattung schilderte den Druck auf die Rupie und steigende Anleiherenditen [37]. Die Bank von Japan stand kurz davor, ihren Leitzins auf 1,25 % anzuheben — japanische Berichte datierten die Entscheidung auf Freitag, während australische Berichterstattung den 29. September erwartete —, was nach Angaben des Dai-ichi Life Research Institute den September zur ersten gleichzeitigen Straffung von Fed, EZB und BOJ seit mindestens 1990 machen würde [16][33][45].
Brasiliens Zentralbank bewegte sich am selben Tag in die entgegengesetzte Richtung und senkte ihren Selic-Zinssatz auf 13,75 % — ihre fünfte Senkung in Folge —, wobei der Copom-Ausschuss die Entscheidung als "compatible with the strategy of convergence of inflation to target" [vereinbar mit der Strategie der Konvergenz der Inflation zum Ziel] bezeichnete [34][35]. Brasilianische Berichterstattung verwies auf die Zinsdifferenz zwischen den USA und Brasilien und den Druck, den Selic wegen der erhöhten US-Zinsen länger hoch zu halten [34].
Deutsche Analysen und US-Marktstrategen wiesen auf eine fiskalische Kollision hin. Da die US-Staatsverschuldung über 40 Billionen Dollar liegt und etwa ein Drittel der öffentlichen Schulden innerhalb eines Jahres fällig wird, schlagen höhere Fed-Zinsen schnell auf die Zinskosten des Bundes durch, die inzwischen fast 20 Cent von jedem Dollar an Einnahmen aufzehren [25][32]. Stephan Kemper von BNP Paribas sagte, höhere Zinsen stützten den Dollar kurzfristig, aber "high state debt, deficits and also questions about monetary-policy credibility" [hohe Staatsverschuldung, Defizite und auch Fragen zur Glaubwürdigkeit der Geldpolitik] seien langfristige Gegenwinde [25]. Thu Lan Nguyen von der Commerzbank beschrieb einen Konflikt zwischen Warsh und Trump als "almost unavoidable" [nahezu unvermeidlich], wobei die Märkte Absicherungen gegen eine Dollar-Abwertung teurer bepreisten [25]. Finanzminister Bessent sagte, die Regierung verfüge über "a big tool kit" [einen großen Werkzeugkasten] für das Management des Anleihemarkts durch Rückkäufe [32].
Beobachter beschrieben die Entscheidung als Teil einer institutionellen Konfrontation, die die interne Zusammensetzung der Fed bedroht. David Wessel, Senior Fellow der Brookings Institution, warnte vor dem Risiko, dass die Regierung "will decide that Kevin's hand is being forced by some hawkish people on the committee, and so they'll redouble their efforts to get rid of some of them" [entscheiden werde, dass Kevin von einigen falkenhaften Personen im Ausschuss die Hand gezwungen werde, und sie daher ihre Bemühungen verdoppeln würden, einige von ihnen loszuwerden] [28]. Richard Carter von Quilter Cheviot nannte die Erhöhung "a pivotal moment for Kevin Warsh" [einen entscheidenden Moment für Kevin Warsh], der "a repeat of the barbs Jerome Powell suffered" [eine Wiederholung der Sticheleien riskiere, die Jerome Powell erlitt] [13]. Der politische Hintergrund umfasst strafrechtliche Ermittlungen gegen Powell und einen Versuch, Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen [28]. Der Spiegel stellte die Erhöhung so dar, dass sie Warsh "on a collision course" [auf Kollisionskurs] mit Trump bringe [9].
Der Dot Plot der Fed signalisiert mindestens eine weitere Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt bis zum Jahresende, wobei die Zinsen bis 2027 unverändert bleiben dürften [6][21]. Die Zinsentscheidung der Bank von Japan wird später in diesem Monat erwartet — die Berichte gehen auseinander, ob sie auf Freitag oder den 29. September fällt [16][33] — und die US-Zwischenwahlen folgen am 3. November [11].