Die Militärchefs Saudi-Arabiens, der Türkei und Pakistans trafen sich, um Mechanismen zur Unterstützung Riads im Rahmen des Gemeinsamen Verteidigungsabkommens von Makkah zu erörtern, nachdem Houthi-Raketenangriffe saudische zivile und Energieinfrastruktur getroffen hatten und die Außenminister der drei Länder in New York zusammengekommen waren [3][5][13]. Der Schritt zur Aktivierung der Beistandsklausel des Pakts erfolgte, als der französische Präsident Emmanuel Macron ankündigte, Frankreich werde Soldaten, Radarsysteme und Verteidigungssysteme zum Schutz des Ölterminals Yanbu am Roten Meer entsenden [1][9][11]. Saudische Streitkräfte meldeten die Abwehr von sechs ballistischen Raketen, die auf Taif und Yanbu gerichtet waren, während die Houthis erklärten, sie hätten Aramco-Anlagen in Yanbu und ein „sensibles Ziel" in Riad getroffen [1][7][18].

Das Außenministerium Saudi-Arabiens kündigte die dringende Sitzung der Generalstabschefs im Rahmen des gemeinsamen Verteidigungsabkommens an, und das pakistanische Außenministerium erklärte, die drei Länder verurteilten „auf das Schärfste die abscheulichen Angriffe auf die heilige Stadt Makkah sowie auf zivile und wirtschaftliche Einrichtungen" und bekräftigten das Recht des Königreichs, sich gemäß Artikel 51 der UN-Charta zu verteidigen [5][7]. Der UN-Sicherheitsrat gab eine einstimmige Verurteilung der Houthi-Angriffe ab, wobei der französische Gesandte Jerome Bonnafont Angriffe auf zivile und Energieinfrastruktur anführte, bei denen Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, verletzt wurden [14][19]. Die Vereinigten Staaten erklärten im Sicherheitsrat, die Houthis seien „Agenten und Werkzeuge des Iran", und bekräftigten die Unterstützung der USA für das Recht Saudi-Arabiens, sein Territorium zu verteidigen [21]. Jemens Vizepräsident Abdullah Abdulkader al-Alimi-Bawzer sagte vor der UN-Generalversammlung, der Einsatz der Navigationssicherheit als Erpressungsinstrument durch die Houthis „nehme die gesamte Weltwirtschaft als Geisel" [1][7].

Der Makkah-Pakt, der im August von Kronprinz Mohammed bin Salman, Präsident Tayyip Erdogan und Premierminister Shehbaz Sharif unterzeichnet wurde, enthält eine Beistandsklausel nach Artikel 5 im NATO-Stil [8][12]. Der türkische Parlamentspräsident Numan Kurtulmus erklärte: „Wir sehen das Mekka-Abkommen niemals als einen Pakt gegen den Iran, so darf es nicht sein", und sagte, der Pakt könne sich zu einer breiteren Vereinbarung für die muslimische Welt, einschließlich des Iran, ausweiten [12]. Erdogan sagte, der Pakt könne nachrichtendienstliche, logistische oder Munitionsunterstützung hervorbringen, und dass „je nach Ausmaß der Bedrohung auch weitergehende militärische Unterstützung in Betracht gezogen werden könnte" [4][15]. Der pakistanische Abgeordnete der Regierungspartei جمال شاہ کاکڑ nannte das Abkommen „معاہدہ مکہ خطے میں امن، استحکام اور برادر اسلامی ممالک کے اتحاد کی علامت ہے" [ein Symbol für Frieden, Stabilität und Einheit der islamischen Bruderländer in der Region] [27]. Eine deutsche Analyse des Pakts wog die Implikationen ab, dass die Türkei sowohl der NATO als auch der neuen Beistandsvereinbarung angehört [32].

Türkische Oppositionsparteien stellten den Pakt im Parlament infrage. Turhan Çömez von der İYİ-Partei nannte das Abkommen gefährlich und forderte eine parlamentarische Zustimmung nach Artikel 90, wobei er warnte, die Türkei könne in einen Krieg gegen den Iran hineingezogen werden [26]. Murat Emir von der YENİ-Partei argumentierte, das Abkommen werde die Türkei zu einer „bezahlten Wache" für saudische und pakistanische Konflikte machen [26]. Die Özlem Zengin von der regierenden AKP verteidigte den Pakt als eine auf Stabilität ausgerichtete, problemlösende Vereinbarung, die kein Land angreife und keine NATO-Verpflichtungen verletze [26]. In Frankreich forderte der Oppositionspolitiker Jean-Luc Mélenchon eine Abstimmung der Nationalversammlung über die Entsendung nach Yanbu gemäß Artikel 35 der Verfassung und erklärte, die Stationierung von Truppen auf einem Kriegsschauplatz mache Frankreich zu einer Kriegspartei [11].

Macron stellte die französische Entsendung als Schutz des Standorts dar, der mit den inländischen Kraftstoffpreisen zusammenhängt, wobei die Zapfsäulenpreise nahe einem Rekordwert von 2,40 Euro pro Liter liegen. „We are going to send military resources, that is to say, soldiers, radar systems and defence systems, to protect this site — not to get us involved in any conflicts, but to protect this site" [Wir werden militärische Mittel entsenden, das heißt Soldaten, Radarsysteme und Verteidigungssysteme, um diesen Standort zu schützen — nicht um uns in irgendwelche Konflikte verwickeln zu lassen, sondern um diesen Standort zu schützen], sagte Macron [9][11]. Er schloss weitere Maßnahmen, einschließlich Rafale-Kampfflugzeugen, nicht aus, falls erforderlich [11].

Der Houthi-Militärsprecher Yahya Saree erklärte, die Gruppe habe eine Salve ballistischer Raketen und Drohnen auf Operationsräume, Kommandozentralen, Waffendepots und Militärlager abgefeuert [18]. Die Houthis warnten andere Nationen davor, sich einzumischen, und bestanden darauf, dass ihre Seeblockade nur für die saudische Schifffahrt gelte [7]. Eine mit Sanaa verbundene Analyse argumentierte, die Blockade habe die Exporte aus Yanbu bereits erstickt und Riad ohne wirksame Antwort zurückgelassen, und behauptete, der Makkah-Pakt habe keine Auswirkung auf den Konflikt gehabt [25].

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian bestritt, dass Teheran die Operationen der Houthis steuert, und erklärte: "The Houthis are responsible for their own actions. They don't take directions from us" [Die Houthis sind für ihre eigenen Handlungen verantwortlich. Sie nehmen keine Anweisungen von uns entgegen] [6][34]. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Ismail Baghaei, bestritt jede iranische Rolle bei dem Angriff auf die Ost-West-Pipeline Saudi-Arabiens und nannte die Zuschreibung eine "lie" [Lüge] [28]. Außenminister Abbas Araqchi bot an, die Straße von Hormus innerhalb von sieben Tagen wieder zu öffnen, im Austausch dafür, dass die Vereinigten Staaten ihre Seeblockade aufheben, eingefrorene Gelder freigeben und auf Ölsanktionen verzichten [4][14]. Das iranische Außenministerium forderte außerdem ein Ende dessen, was es als illegale und unmenschliche Blockade des Jemen bezeichnete, sowie die sofortige Wiederaufnahme des Dialogs [29]. Irans Berater Mohammad Mokhber drohte, dass Länder, die iranische Flüge unter amerikanischem Druck einschränken — Irak, die VAE und Oman — selbst den Zugang zum regionalen Luftraum verlieren würden [4]. Chinas Präsident Xi Jinping sagte bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump, China unterstütze die Rückkehr der Vereinigten Staaten und des Iran zu einem Juni-Abkommen, das den Krieg beenden und die Straße von Hormus öffnen solle [14].

Der Großmufti Saudi-Arabiens, Salih al-Fawzan, gab eine Erklärung ab, in der er die Houthis als "جماعة الشر التي أفسدت في البلاد وفرقت العباد" [eine Gruppe des Bösen, die das Land verdorben und die Menschen gespalten hat] bezeichnete und die Soldaten aufforderte, sich zu vereinen, ihrer Führung zu gehorchen und bereit zu sein, ihr Leben zu opfern, bis die Gruppe von der Macht vertrieben ist [2][4]. König Salman verurteilte die Houthis als "Terrormiliz" und verurteilte ihren Versuch, Makkah anzugreifen, als Provokation für Muslime in aller Welt [5][13].

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte Volker Turk erklärte, dass „Zivilisten nun die Hauptlast dieser jüngsten Eskalation der Kämpfe tragen" und dass seit August 125 Zivilisten getötet oder verletzt worden seien [18]. Eine Zählung der AFP erfasste 150 innerhalb von 24 Stunden getötete Kämpfer und 230.000 neu Vertriebene im Jemen [17]. Vertriebene Jemeniten beschrieben, wie sie per Boot aus Mokha flohen, als Raketen ihre Häuser und den Hafen trafen. Eine Frau, هيفاء, sagte: „الصواريخ ضربت بيوتنا بشدة وافتجعنا وخرجنا، كنا أكثر من 50 شخصا في القارب، وأول ما خرجنا ضربوا الميناء" [Die Raketen schlugen heftig in unsere Häuser ein, und wir flohen; wir waren mehr als 50 Menschen im Boot, und kaum waren wir draußen, trafen sie den Hafen] [23]. Lagerdelegierte in Taiz berichteten, dass die Aufnahmekapazität vollständig zusammengebrochen sei und Hunderte Familien ohne Zelte, sauberes Wasser oder Gesundheitsversorgung auf den Straßen ausharrten [24].

Die Kriegsrisikoprämien für mit Saudi-Arabien verbundene Tanker im Roten Meer haben sich etwa verdreifacht, und die Verladungen in Yanbu wurden nach dem Angriff auf die Pipeline nicht wieder aufgenommen [20][31]. Die Ölmarktanalystin June Goh von Sparta Commodities sagte, Öl werde wahrscheinlich über 100 Dollar pro Barrel bleiben, solange der Krieg gegen den Iran andauere und die globale Ölvorratslücke sich weiter vergrößere [1]. Der Energieexperte von Chatham House, Neil Quilliam, argumentierte, die Störung sei strukturell, und erklärte, es gebe keinen Weg, zur Situation vor der Krise zurückzukehren [33]. Ein chinesischer Energiewissenschaftler merkte an, dass strategische Reserven zwar kurzfristige Versorgungsrisiken abfederten, die mittelfristige Kostenübertragung durch die Industriekette jedoch ein aktives Management der Energiesicherheit erfordere [30].

Der institutionelle Ausbau des Makkah-Pakts ist im Gange, mit einem Sekretariat in Riad unter der Leitung von Generalleutnant a. D. Nauman Mahmood [13]. Das Verteidigungsministerium der Türkei veröffentlichte Fotos der drei Militärchefs in Uniform und bestätigte damit, dass das Treffen stattgefunden hatte [5][13]. Die Ratifizierung des Pakts durch das türkische Parlament wird voraussichtlich in der kommenden Zeit auf die Tagesordnung des Parlaments gelangen [12].