Jemenitische Regierungstruppen meldeten die Einnahme der strategischen Hafenstadt Mokka und die Sicherung der Meerenge Bab al-Mandeb gegen die Kontrolle der Huthi, womit sie die ersten größeren Gebietsgewinne einer Offensive erzielten, die Präsident Rashad al-Alimi Tage zuvor angekündigt hatte [1][2][4]. Militärsprecher Oberst Majed al-Nuzaili sagte, die Southern Giants Brigades und die Kräfte des Nation's Shield hätten die Kontrolle über die Meerenge übernommen, den Flughafen Dhubab eingenommen und die Straße zwischen Dhubab und Mokha unterbrochen, wobei Hunderte Huthi-Kämpfer eingekesselt seien und einige per Boot geflohen seien [1][4]. Informationsminister Muammar al-Erjani sagte, Regierungseinheiten seien entlang der Küste rasch vorgerückt und hätten Schlüsselstellungen um Dhubab eingenommen [18]. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition schloss sich der Offensive im Morgengrauen mit 100 Kampfflugzeugen an, wobei Koalitionssprecher Generalmajor Turki al-Maliki erklärte, die Koalition habe 324 hochwertige Ziele zerstört und rund um die Uhr Luftunterstützung sowie Luftschutz für die Meerenge geleistet [17][25].
Die Huthi-Bewegung wies die Einnahmemeldungen als Erfindungen zurück. In einer Huthi-Erklärung wurden die Berichte als "völlig unwahr" bezeichnet, und es wurde darauf bestanden, dass Mokka weiterhin unter Huthi-Kontrolle stehe [18][27]. Die Diskrepanz über den Status von Mokka bleibt ungeklärt; Al Jazeera berichtete, die Gefechtsfeldbehauptungen nicht unabhängig überprüfen zu können [29]. Nicht genannte Regierungs- und Militärquellen sagten Reuters und AFP, die Kräfte hätten lediglich die Außenbezirke der Stadt erreicht [23].
Präsident al-Alimi kündigte die "Operation Morgenröte des Jemen" an, um das gesamte von den Huthi gehaltene Gebiet zurückzuerobern, und versetzte alle staatlichen Institutionen bis zum Sieg in totale Mobilmachung [10][22]. Al-Alimi sagte, alle Waffenstillstandsoptionen seien ausgeschöpft, und rief die Streitkräfte auf, ihre Aufträge auszuführen, bis das Land von dem befreit sei, was er die "terroristische Huthi-Miliz" nannte [31][23]. Ein Bewohner von Taiz, Zakaria Al-Dhubhani, gelobte, die Bewohner würden sich jedem Huthi-Vormarsch in die Stadt widersetzen: "We will defeat and crush anyone who enters the city of Taiz. We will not abandon Taiz" [Wir werden jeden besiegen und zerschlagen, der die Stadt Taiz betritt. Wir werden Taiz nicht aufgeben] [8].
Unabhängige Analysten stellten die Glaubwürdigkeit der Offensive infrage. Der Jemen-Spezialist Sébastien Boussois nannte die Ankündigung nicht glaubwürdig und "pratiquement un appel à l'aide de la part d'un président qui ne dirige pas grand-chose" [praktisch ein Hilferuf eines Präsidenten, der nicht viel kontrolliert], und argumentierte, Saudi-Arabien habe Mühe, seine Pipeline zu sichern, und die USA seien nicht entschlossen zu helfen [30]. Chatham-House-Fellow Farea Al-Muslimi sagte, die Regierungsoffensive sei bedeutungslos, und die Huthi hätten das militärische Ziel, Taiz von Aden zu isolieren, bereits erreicht [8][5]. Das Institute for the Study of War schätzte ein, dass die Einnahme von Turbah an der Straße Taiz–Aden durch die Huthi die Fähigkeit der Regierungstruppen, Taiz zu verstärken und zu versorgen, erheblich einschränken würde [13].
Huthi-Militärsprecher Yahya Saree sagte, die Gruppe habe ballistische Raketen und Drohnen auf Aramco-Anlagen in Riad und im Gebiet Khurais abgefeuert, und erklärte: "the strikes were precise, causing large fires at the targeted sites" [die Angriffe waren präzise und verursachten große Brände an den Zielorten] [5][8]. Saree sagte außerdem, die Huthi hätten den internationalen Flughafen König Khalid in Riad, eine Aramco-Raffinerie in Rabigh und Militärstandorte im Süden Saudi-Arabiens angegriffen [19][7]. Huthi-Sprecher Mohammed Abdul Salam warf Saudi-Arabien vor, "Dutzende Massaker" begangen zu haben, und sagte, es müsse alle Konsequenzen tragen [23]. Die Huthi kündigten an, weiterhin saudische Stützpunkte und Ölanlagen mit im Inland hergestellten Raketen und Drohnen anzugreifen [31].
Die Türkei und Pakistan kündigten nach einer Dringlichkeitssitzung in Riad die Entsendung von Militärkräften nach Saudi-Arabien im Rahmen des Gemeinsamen Verteidigungsabkommens von Mekka an [2][7][32]. Der saudische Verteidigungsminister Prinz Khalid bin Salman bestätigte die Aktivierung kollektiver Abschreckungsmaßnahmen, und das Verteidigungskomitee der Mekka-Allianz beschloss, die kollektiven Verteidigungsverpflichtungen unverzüglich umzusetzen [26][32]. Der türkische Außenminister Hakan Fidan hob die Institutionalisierung der Allianz hervor und sagte, bei dem Treffen seien Formeln zur Lösung der Jemen-Krise durch Dialog erörtert worden [26]. US-Außenminister Marco Rubio sagte, Saudi-Arabien habe das Recht, sich gegen Huthi-Angriffe zu verteidigen, und bekräftigte das verbindliche Sicherheitsabkommen der USA mit Riad, während die Rolle der USA auf Geheimdienst-, Zielerfassungs- und Betankungsunterstützung ohne Kampfeinsatz beschränkt blieb [25][28][37][38].
Iran bot an, den Dialog zwischen den Huthi und Saudi-Arabien auf der Grundlage ihrer zuvor vereinbarten Friedens-Roadmap zu erleichtern. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, sagte, Iran sei bereit, Unterstützung zu leisten, um den Prozess voranzubringen [6]. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf verknüpfte die Wiedereröffnung der Straße von Hormus mit Zugeständnissen der USA im Rahmen des Islamabad-Memorandums, und Außenminister Abbas Araghchi sagte, Iran bleibe bereit, eine "just and honorable" [gerechte und ehrenhafte] Lösung durch Diplomatie zu erreichen, werde aber stärker antworten, wenn Feinde zu militärischen Maßnahmen griffen [6]. Der Analyst Wang Jin beschrieb eine anhaltende strategische Pattsituation zwischen den Positionen der USA und Irans und schätzte ein, dass das Risiko einer weiteren regionalen Eskalation umso größer werde, je länger sie andauere [6].
UN-Generalsekretär Antonio Guterres sagte, er sei "deeply concerned by the sharp escalation in fighting" [zutiefst besorgt über die scharfe Eskalation der Kämpfe] und verurteilte die anhaltenden grenzüberschreitenden Angriffe der Huthi auf Saudi-Arabien [23]. UN-Sondergesandter Hans Grundberg warnte, dass intensivierte Kämpfe und Straßensperrungen im Gouvernement Taiz Zivilisten an der Flucht hinderten [30]. Das Welternährungsprogramm warnte, dass drei Viertel der jemenitischen Bevölkerung ihren Grundbedarf an Nahrungsmitteln nicht decken können [8][10]. Eine gemeinsame Erklärung von 14 humanitären Organisationen rief die Staats- und Regierungschefs der Welt dazu auf, die humanitäre Hilfe zu finanzieren, humanitären Zugang zu gewährleisten und zu deeskalieren, um Zivilisten zu schützen [44]. Das Gesundheitsministerium der jemenitischen Regierung zählte seit dem 6. August 959 Tote und 5.000 Verletzte [23].
Die Störung der Seewege bei Bab al-Mandeb verursachte Kosten für Volkswirtschaften fernab des Schlachtfelds. Die Kriegsrisikoprämien für mit Saudi-Arabien verbundene Tanker im Roten Meer verdreifachten sich in etwa, und die Ost-West-Pipeline wurde nach einem Drohnenangriff stillgelegt, was die saudischen Bemühungen erschwerte, ihre Exportroute über das Rote Meer offen zu halten [36][42]. Der China P&I Club warnte seine Mitglieder, dass Schiffe, die in die ausgeschlossenen Gebiete JWLA-033 einfahren, Erklärungen über zusätzliche Kriegsrisikoprämien abgeben müssen, andernfalls werde ihr Versicherungsschutz ungültig [41]. In Ostafrika sagte der Vorsitzende der Kenya Ships Agents Association, Elijah Mbaru, die Reedereien träfen Vorsichtsmaßnahmen und die Treibstoffkosten würden steigen, falls die Lage andauere [39]. Der Präsident der Hafen- und Freizonenbehörde von Dschibuti, Aboubaker Omar Hadi, sagte, die durchschnittlichen Containertransportkosten in der Region seien von etwa 3.000 Dollar auf fast 10.000 Dollar gestiegen [45]. Der brasilianische Schifffahrtsberater Leandro Barreto sagte, ein längerer Konflikt könne die Frachtpreise stark erhöhen, wie es bereits geschehen sei, als sich die Raten im ersten Halbjahr 2024 verdreifacht hätten [50].
Human Rights Watch dokumentierte Huthi-Angriffe auf Handelsschiffe im Roten Meer und im Golf von Aden und kam zu dem Schluss, dass mindestens drei Fälle wahrscheinlich Kriegsverbrechen darstellten [46]. Die Jemen- und Bahrain-Forscherin Niku Jafarnia sagte, die Huthis seien "mettant à nouveau la vie de marins en danger de mort en attaquant des navires commerciaux" [erneut das Leben von Seeleuten in Lebensgefahr bringend, indem sie Handelsschiffe angreifen] [46]. Der Jemen-Experte Anwar al-Ansi sagte, die Huthis führten Teherans Anweisungen aus, um Saudi-Arabien in den Konflikt hineinzuziehen [47]. Al-Muslimi merkte an, dass Huthi-Seeminen und verbesserte Drohnenfähigkeiten es der Bewegung ermöglichten, erhebliche Störungen zu verursachen, ohne eine vollständige Blockade zu verhängen, einfach indem sie Versicherer und Reedereien in Angst versetzten [47].
Der ägyptische Präsident Abdel Fattah el-Sisi sagte, die Sicherung des Roten Meeres sei die ausschließliche Verantwortung der Anrainerstaaten, und betonte die Notwendigkeit, die Freiheit der Schifffahrt ohne Militarisierung oder Internationalisierung zu gewährleisten [43]. Professor Badr Hassan Shafei argumentierte, Ägyptens Sicherheit am Roten Meer sei untrennbar mit Bab al-Mandeb verbunden, und Kairo ziehe maritime Sicherheitsgewährleistung und friedliche Beilegung einem direkten militärischen Engagement vor [43].
Die konkurrierenden Behauptungen über Mokka und die Meerenge Bab al-Mandeb bleiben ungeklärt, während die Kämpfe entlang der Westküste Jemens und um Taiz andauern [23][29]. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition erklärte, sie werde die umfassende operative Unterstützung für die jemenitischen Streitkräfte fortsetzen, bis der Staat wiederhergestellt und die Bedrohung der Seeschifffahrt durch die Huthi beendet sei [34].