Ein russischer Gleitbombenangriff auf zwei Linienbusse in der frontnahen Stadt Kramatorsk tötete am 8. Oktober mindestens 30 Menschen und verletzte 18, wie ukrainische Beamte und Rettungsdienste mitteilten [1][2][4]. Die Polizei der Region Donezk erklärte, eine russische Bombe habe eine Straße getroffen, auf der zwei Linienbusse unterwegs waren; einige Leichen seien nur in Fragmenten geborgen worden und schwer verbrannt, während Ukrinform die Munition als gelenkte Bombe vom Typ UMPB D-30 SN bezeichnete [20][33]. Die Zahl der Todesopfer stieg im Laufe des Tages von 12 über 30 auf 33, wobei drei weitere Todesfälle im nahe gelegenen Dorf Bilenke gemeldet wurden [33][8]. Der Angriff erfolgte einen Tag, nachdem eine russische Raketen- und Drohnensalve in der gesamten Ukraine mindestens 25 Menschen getötet hatte, darunter ein direkter Treffer einer Ch-101-Rakete auf ein Wohngebäude in Pryluky, der zunächst 19 Todesopfer forderte — eine Zahl, die der Gouverneur von Tschernihiw später auf 22 erhöhte, darunter fünf Kinder [27][12][1].
Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, der Angriff werde nicht unbeantwortet bleiben, und warf Russland vor, alles Leben im Donbas vernichten zu wollen [1][4][8]. Der Gouverneur von Donezk, Wadym Filaschkin, sagte, für die russischen Streitkräfte sei ein Bus mit Fahrgästen gerade deshalb ein attraktives Ziel, weil ein einziger Angriff so viele Menschen wie möglich töten könne [1][4]. Der Stadtrat von Kramatorsk erklärte, es habe an dem Ort keinerlei militärische Ziele gegeben [1][3][7]. Filaschkin setzte den öffentlichen Nahverkehr in Kramatorsk und im benachbarten Slowjansk aus und sagte, die Region habe kein Recht, das Leben von Fahrgästen und Fahrern zu riskieren [2][35].
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, seine Streitkräfte hätten einen massiven Angriff auf militärisch-industrielle Einrichtungen durchgeführt, darunter Drohnenproduktionsstätten und Hafeninfrastruktur in der Region Odessa, wobei präzisionsgelenkte Waffen eingesetzt worden seien [12][5]. Russland hat bestritten, absichtlich Zivilisten anzugreifen [1][16]. Moskau hat sich zu dem Busangriff in Kramatorsk nicht konkret geäußert [46]. Der russische Kriegsberichterstatter Alexander Koz hinterfragte die Darstellung Kiews zu der eingesetzten Waffe, verwies auf widersprüchliche ukrainische Angaben zu den Munitionen und zog eine Parallele zum Angriff auf den Bahnhof von Kramatorsk im Jahr 2022 [41].
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, erklärte, er sei entsetzt über eine Welle von Angriffen, die innerhalb von vier Tagen in der gesamten Ukraine mindestens 85 Zivilisten getötet und 346 verletzt habe; er nannte das Ausmaß und die Art und Weise verwerflich und warnte, dass vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten Kriegsverbrechen darstellen könnten [19][3]. Die Staatsanwaltschaft der Region Donezk leitete eine vorläufige Untersuchung wegen Kriegsverbrechen zu dem Busangriff ein [4][16]. Der britische Außenminister Ed Miliband, der den Ort des Angriffs in Pryluky besuchte, sagte, die Angriffe zeigten Putins böse Absicht und Strategie, und kündigte Sanktionen gegen Russlands Kriegsmaschinerie, Schattenflotte und Kriegsfinanzierung an [2][8][11]. Die Europäische Kommission erklärte, Täter und Mittäter von Kriegsverbrechen müssten zur Rechenschaft gezogen werden [36].
Türk äußerte zudem Besorgnis über ukrainische Angriffe, die in besetzten Gebieten und innerhalb Russlands Zivilisten getötet und verletzt hätten, und sagte, mutmaßliche Verstöße aller Parteien müssten untersucht werden [19][45]. Ein 57-jähriger Mann wurde getötet und eine Frau verletzt, als eine ukrainische Drohne das Wohnviertel Klimowsk südlich von Moskau traf, Fahrzeuge in Brand setzte und Fenster eines nahe gelegenen Wohnhauses zersplitterte [25]. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, seine Luftabwehrsysteme hätten in der Nacht rund 399 ukrainische Starrflügeldrohnen in etwa zwanzig russischen Regionen abgefangen und zerstört [23].
Der ukrainische Generalstab bestätigte einen Angriff auf Russlands größte Ölraffinerie in Omsk, rund 2.500 Kilometer von der Grenze entfernt, und bezeichnete die Zerstörung solcher Anlagen als Ausübung des unveräußerlichen Rechts der Ukraine auf Selbstverteidigung nach Artikel 51 der UN-Charta mit dem Ziel, Russlands militärisch-ökonomisches Potenzial zu verringern [11][30]. Ukrainische Streitkräfte trafen zudem die Raffinerie Gazprom Neftekhim Salawat und ein Rechenzentrum von Yandex in der Region Rjasan, das nach einem Brand den Betrieb vollständig einstellte [7][18]. Andrij Kowalenko, ehemaliger Leiter des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation, sagte, dieses Spiel könnten zwei spielen [7].
Analysten und ukrainische operative Quellen beschreiben eine russische Taktik, die über das Abschalten von Strom und Heizung hinausgeht und darauf zielt, Verkehrs-, Wasser- und U-Bahn-Systeme lahmzulegen. Wolodymyr Fesenko, Leiter des in Kiew ansässigen Thinktanks Penta, sagte, Russlands Aufgabe bestehe auch darin, die Infrastruktur lahmzulegen und einen Verkehrskollaps herbeizuführen [21]. Andrij Pronin, der als Pionier der Drohnenkriegsführung in der Ukraine beschrieben wird, sagte, eine neue Generation russischer Drohnen werde manuell mit verbesserter Kommunikation gesteuert [21]. Russische Drohnenangriffe auf Kiew am 8. Oktober töteten vier Menschen und verletzten mindestens 19 — eine Zahl, die gegenüber der ersten Bilanz von Bürgermeister Vitali Klitschko von drei Toten und 13 Verletzten gestiegen war —, trafen ein Geschäftsgebäude und verursachten Notabschaltungen des Stroms in umliegenden Bezirken, Unterbrechungen der Wasserversorgung am rechten Ufer und einen kurzen Stopp des U-Bahn-Betriebs [11][31][4]. DTEK, der größte private Energieversorger der Ukraine, kündigte Notabschaltungen in den Bezirken Browary, Butscha, Wyschhorod und Boryspil an [11][31].
Zivilisten beschrieben die tägliche Angst vor den Angriffen. Lesia, eine Bewohnerin Kiews, sagte, sie suche Schutz in der U-Bahn, weil sie im neunten Stock eines Hochhauses wohne und es furchterregend sei, wenn Raketen auf das Gebäude zuflögen [12]. Tetiana Melikhova, Universitätsprofessorin in Saporischschja, sagte, man könne Drohnen direkt neben einem Kleinbus summen hören [21]. Lidia, eine Bewohnerin von Pryluky, beschrieb, wie sie das Feuer und die Explosionen in der Nähe ihrer Wohnung miterlebte, und sagte, sie könne nicht beschreiben, wie beängstigend es gewesen sei [34].
US-Außenminister Marco Rubio nannte den Krieg einen sehr gefährlichen Stillstand und warnte, eine Eskalation könne einen größeren regionalen Konflikt auslösen; er sagte, Washington bleibe einer Verhandlungslösung verpflichtet [1][3]. Rubio sagte zudem, eine Beendigung des Krieges durch Verhandlungen sei derzeit unerreichbar, weil Russland darauf bestehe, die volle Kontrolle über die ukrainische Oblast Donezk ohne Kampf zu erlangen [11]. Der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow sagte, es gebe derzeit keine Pläne, Gespräche in diesem Format zu führen [11]. Selenskyj kündigte an, eine ukrainische Verhandlungsdelegation werde in den Vereinigten Staaten die Gesandten von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner und Steve Witkoff, treffen [18].
Unabhängig davon gedachten Vertreter von 32 Ländern des 20. Jahrestags der Ermordung von Anna Politkowskaja, indem sie Russland aufforderten, die Verantwortlichen strafrechtlich zu verfolgen und die Verfolgung von Journalisten zu beenden [26]. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, Politkowskaja sei getötet worden, weil sie den Behörden in Putins Russland die Wahrheit gesagt habe [26]. Reporter ohne Grenzen forderten, die volle Wahrheit darüber offenzulegen, wer den Mord in Auftrag gegeben habe, und die Unterdrückung des unabhängigen Journalismus in Russland zu beenden [26].
Ukrainische Beamte sagen, die Zahl der Todesopfer in Kramatorsk könne noch steigen, da die Identifizierung der Toten andauere [15][11]. Filaschkin forderte die verbliebenen Bewohner der Oblast Donezk auf, in sicherere Regionen zu fliehen [18]. Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe mit 142 Drohnen vom Typ Shahed angegriffen, davon 82 mit Strahlantrieb, von denen die Luftabwehr 126 abgeschossen oder unterdrückt habe [24][31].