Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan unterzeichneten am 7. August 2026 in Mekka das Makkah-Abkommen zur gemeinsamen Verteidigung, wobei der saudische Kronprinz, der türkische Präsident und der pakistanische Premierminister der Zeremonie im Al-Safa-Palast vorsaßen [1][8][28]. Das pakistanische Außenministerium erklärte, das Abkommen lege fest, dass jeder bewaffnete Angriff gegen einen der drei Staaten als Angriff gegen alle betrachtet werde, und ziele darauf ab, die kollektive Abschreckung gegen Aggression zu stärken [2][3][5]. Der saudische Außenminister Faisal bin Farhan sagte, die Unterzeichnung unterstreiche die Tiefe der brüderlichen und strategischen Beziehungen und stelle einen wichtigen Meilenstein in der Verteidigungskooperation dar [8][25][28].
Vertreter aller drei Unterzeichnerstaaten stellten den Pakt als rein defensiv dar. Der saudische Vizeaußenminister für öffentliche Diplomatie, Rayed Krimly, erklärte, das Abkommen "does not represent an effort to establish a military axis or a sectarian bloc" [stelle keinen Versuch dar, eine militärische Achse oder einen konfessionellen Block zu errichten] und sei weder mit nuklearen Ambitionen noch mit einem Wettrüsten verbunden [8][28][29]. Türkische Vertreter bezeichneten die Vereinbarung als "entirely defensive" [vollständig defensiv] gemäß Artikel 51 der UN-Charta, die gegen kein Land gerichtet sei und bestehende Bündnisse einschließlich der NATO ergänze, anstatt sie zu ersetzen [36][41]. Der türkische Vizepräsident Cevdet Yilmaz nannte sie einen Schritt, der zur Sicherheitsarchitektur der Region beitrage [12][30]. Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte, der Pakt richte sich gegen kein Land und stehe allen Bruderländern offen, die regionalen Frieden anstrebten [21][28]. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif bezeichnete den Pakt als "shield of peace" [Schild des Friedens] für künftige Generationen [8][28].
Mehrere Analysten und arabischsprachige Medien stellten den Pakt als Reaktion auf den regionalen Einfluss Irans dar. Oumar Karim von der Universität Birmingham beschrieb die Annäherung als "clairement orienté contre l'Iran" [eindeutig gegen den Iran gerichtet] und als Antwort auf Teherans Strategie, seinen Einfluss am gesamten Golf auszuweiten und den Seeverkehr in der Straße von Hormus und im Bab el-Mandeb zu kontrollieren [18][20]. Murat Aslan von der Hasan-Kalyoncu-Universität merkte an, dass Saudi-Arabien und die Türkei Besorgnisse hinsichtlich des Iran teilten und der Pakt die saudische Sicherheit erweitere [34]. Der Spiegel berichtete, dass saudische Militär- und Regierungskreise den Iran-Krieg und seine Auswirkungen als Grund für den Zeitpunkt des Paktes anführten [9]. El País schilderte die Huthi-Offensiven in Marib, Hadramout und Nadschran als unmittelbaren Hintergrund [10].
Sicherheitsanalysten argumentierten, der Pakt spiegele eine Diversifizierung der Sicherheitsbündnisse weg von der ausschließlichen Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten wider. Andreas Krieg vom King's College London bezeichnete das Abkommen als "l'un des signes les plus clairs à ce jour que le Moyen-Orient s'éloigne d'un ordre sécuritaire organisé exclusivement par les États-Unis" [eines der bislang deutlichsten Anzeichen dafür, dass sich der Nahe Osten von einer ausschließlich durch die USA organisierten Sicherheitsordnung entfernt] [18][44]. Krieg erklärte, die drei Länder versuchten nicht, die USA zu ersetzen, sondern bauten Kapazitäten auf, um ihre Interessen zu schützen, wenn Washington dies nicht könne oder wolle, wobei Riad nach dem Schock des Iran-Krieges "several layers of security rather than one American umbrella" [mehrere Sicherheitsschichten anstelle eines amerikanischen Schutzschirms] wolle [37][20]. Der saudische Kommentator Ali Shihabi, der als dem Königshof nahestehend beschrieben wird, erklärte, das Bündnis spiegele die Erkenntnis wider, dass die US-Abschreckung schwächer geworden sei [24]. Yasmine Farouk von der International Crisis Group schrieb, dass Vertreter bereits vor dem US-israelischen Angriff auf den Iran zu dem Schluss gekommen seien, dass die Sicherheit nicht länger der Rivalität zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits ausgeliefert werden könne [34].
Burcu Ozcelik vom Royal United Services Institute bot einen kontrastierenden Analyserahmen an und erklärte, das Ziel des Abkommens sei "very much the opposite" [genau das Gegenteil] einer anti-iranischen Konfrontation; es ziele vielmehr darauf ab, der iranischen Hegemonie ein Gegengewicht zu bieten und Abschreckung gegen Israel aufzubauen [14][29]. Ozcelik warnte davor, den Pakt als Beleg für einen postamerikanischen Nahen Osten zu lesen, und sagte, er füge sich in die breitere US-Präferenz für eine stärkere regionale Lastenteilung ein, während die Unterzeichner in eine US-zentrierte Sicherheitsarchitektur eingebettet blieben [37].
Der iranische Parlamentsabgeordnete Ebrahim Rezaei, Mitglied der Kommission für nationale Sicherheit und Außenpolitik, wies den Pakt mit den Worten zurück: "The Saudis should know that a paper agreement with Turkey and Pakistan does not bring them security, just as years of unilateral milking of the Americans did not bring them security" [Die Saudis sollten wissen, dass ein Papierabkommen mit der Türkei und Pakistan ihnen keine Sicherheit bringt, so wie ihnen jahrelanges einseitiges Melken der Amerikaner keine Sicherheit gebracht hat] [4][7][22][34]. Der iranische Analyst Abdolreza Davari spielte die Bedeutung des Paktes herunter und fragte, ob die Macht dieser drei Länder größer sei als der Druck, den die USA und Israel bereits auf den Iran ausübten [21].
Pakistanische Politiker stellten das Abkommen als panislamische Errungenschaft dar. Der ehemalige Bundesminister Mushahid Hussain nannte es "the first Pan-Islamic military institutional initiative among three key Muslim countries, independent of the West" [die erste panislamische militärisch-institutionelle Initiative unter drei wichtigen muslimischen Ländern, unabhängig vom Westen] und "a big blow to Israel and the Abraham Accords" [einen schweren Schlag für Israel und die Abraham-Abkommen] [37][47]. Der ehemalige Minister Khawaja Saad Rafique würdigte es als "a good omen for the Muslim Ummah" [ein gutes Omen für die muslimische Ummah] [37]. Informationsminister Attaullah Tarar bezeichnete die Unterzeichnung als "historic day" [historischen Tag] für Pakistan, der die wachsende Anerkennung seiner Verteidigungsfähigkeiten widerspiegele [2][37].
Analysten hoben die komplementären verteidigungsindustriellen Stärken hervor, die jeder Staat einbringt. Mansoor Ahmed von der Australian National University sagte, Pakistan und die Türkei brächten starke Verteidigungsindustrien ein, während Saudi-Arabien mit technologischen Ausgaben beitragen könne [6][8]. Ozcelik sagte, das Abkommen biete Chancen für die Verteidigungsindustrien der Türkei durch gemeinsame Produktion, Technologiepartnerschaften und größere militärische Interoperabilität [4]. Pakistanische Regierungsquellen gaben an, das Abkommen konzentriere sich auf Technologietransfers aus der Türkei, den Austausch von Geheimdienstinformationen und den Aufbau von Luftverteidigungsfähigkeiten in Saudi-Arabien [19].
Analysten stellten die praktischen militärischen Auswirkungen des Paktes infrage. Hamish Kinnear von Verisk Maplecroft erklärte, symbolische Entsendungen seien möglich, bezweifle jedoch, dass Ankara und Islamabad sich stark an Anti-Huthi-Operationen beteiligen wollten, und merkte an, dass Pakistan trotz seines bestehenden bilateralen Paktes mit Saudi-Arabien kein bedeutender Partner bei solchen Operationen gewesen sei [21]. Die BBC warf ungelöste Fragen auf, ob die Türkei verpflichtet wäre, sich an Angriffen auf den Jemen zu beteiligen oder ob Saudi-Arabien Indien den Krieg erklären müsste [4].
Ein Sprecher des indischen Außenministeriums sagte, der Pakt sei eine Entwicklung, die Indien aufmerksam verfolge [14][29]. BBC Hindi berichtete, Experten warnten, dass die Einbeziehung der Türkei an der Seite Pakistans Indiens strategische Position erschweren könnte, wobei Ashwini Mahapatra von der Jawaharlal Nehru University erklärte, die Türkei und Pakistan stünden Indien bereits offen feindlich gegenüber [42].
Der ehemalige israelische Premierminister Naftali Bennett behauptete, die Türkei sei "the new Iran" [der neue Iran], und warf Ankara vor, zu versuchen, Saudi-Arabien gegen Israel aufzubringen und mit Pakistan eine feindliche sunnitische Achse zu bilden [34]. Das Büro des derzeitigen Premierministers Benjamin Netanjahu lehnte eine Stellungnahme ab [14][29].
Mehrere Analysten stellten den Pakt als natürliche Formalisierung jahrzehntelanger strategischer Bindungen dar. Xavier Guignard, ein französischer Forscher an der Saudi Diplomatic Academy, beschrieb ihn als "`une extension du pacte de l'accord de défense pakistano-saoudien à la Turquie`" [eine Ausweitung des pakistanisch-saudischen Verteidigungsabkommens auf die Türkei] [18]. Der Verteidigungsanalyst Abdullah Khan in Islamabad bezeichnete das Abkommen als natürliche Weiterentwicklung und Formalisierung jahrzehntelanger strategischer Bindungen [21]. Ozgur Unluhisarcikli vom German Marshall Fund sagte, das Abkommen spiegele einen wachsenden Wunsch nach größerer regionaler Stabilität wider, und merkte an, dass die drei Länder eine staatszentrierte Sicht der regionalen Ordnung teilten [21][34]. Quellen aus dem Umfeld saudischer Behörden teilten Middle East Eye mit, das Abkommen sei lange diskutiert worden, aber jüngste regionale Entwicklungen hätten es beschleunigt [15][17].
Der Pakt wurde vor dem Hintergrund anhaltender Huthi-Angriffe auf saudische und jemenitische Ziele unterzeichnet, wobei Hizam al-Assad, Mitglied des Politbüros der Huthi, erklärte: "`No hay seguridad para las fuerzas saudíes invasoras`" [Es gibt keine Sicherheit für die einmarschierenden saudischen Streitkräfte] [10]. Saudi-Arabien kündigte separat eine maritime Verteidigungskoalition aus 14 Nationen zum Schutz der Schifffahrtsrouten im Roten Meer an [10]. Ein US-Vertreter teilte France 24 mit, dass zwischen Oman und dem Iran Fortschritte in Bezug auf die Straße von Hormus erzielt würden und bald mit einer Einigung zu rechnen sei [11].